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Die Reisen des Sir John Fairfax

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Die Reisen des Sir John Fairfax durch die Türkei und andere bemerkenswerte Länder

vgl. Eppelsheimer II, 271

deutsche Erstausgabe

"Meine Eltern waren nicht reich, obwohl sie dem Geschlecht der Fairfax angehörten; ich kann mich ihrer nicht mehr erinnern,da ich sie in der frühesten Kindheit verloren habe und im Hause meines Onkels mütterlicherseits, des alten Junggesellen Edward Fay aufgewachsen bin. Dieser war Richter zu Porthsmouth und hatte ein kleines Haus, eine ansehnliche Bibliothek und eine einzige Dienstmagd: Haushälterin, Beschließerin, Köchin, Scheuermagd und meine Erzieherin — die einäugige Magdalene. Aus den Fenstern im ersten Stock konnte man den Hafen und die Schiffe sehen, und im Hofe gab es einen Gemüsegarten und einige Rosenbeete. Mein Onkel führte ein stilles und sparsames Leben, das ich damals nicht für Armut hielt; später wurde es mir aber klar, daß wir auch anders hätten leben können,wenn mein Onkel kein so schmutziger Geizhals gewesen wäre ...

Obwohl ich wußte, daß mein Onkel mich belog und daß das Vermögen meiner verstorbenen Mutter ausreichte, um selbst nach China zu reisen und an die zwanzig Jahre in Wohlstand zu leben, war ich dennoch über das Einverständnis des Mister Fay dermaßen erfreut, daß ich ihm auch dafür dankte. Der Onkel gab mir seufzend einen Teil des Geldes, und ich fing an, Vorbereitungen für die Reise zu machen.

Das Schiff sollte erst in zehn Tagen abgehen, und ich wußte gar nicht, wie diese Zeit totschlagen. Endlich kam der Dienstag, der 5. März 1689 ... 

Es war Smyrna.

Man brachte uns nicht auf den Bazar, aber die Kauflustigen kamen selbst auf ihren langen, schmalen und leichten Booten zu unserem Schiff gefahren, das in einiger Entfernung vom Hafen hielt. Mich empfahl man als einen geschickten Gärtner und Jacques als einen geübten Koch - so war es schon vorher ausgemacht. Nach drei Tagen kaufte ein dicker Türke uns beide zugleich, worüber ich mich aufrichtig freute, da ich mich an meinen Freund im Mißgeschick schon gewöhnt hatte.

Nun sind wir Sklaven in morgenländischer Tracht und unterstehen sogar nicht unserem Herrn, sondern einem ekelhaften bartlosen Hausverwalter mit piepsender Stimme; ich grabe die Beete um und beschneide die Rosenstöcke, Jacques brät Fische in der Küche, wir sehen uns nur beim Mittagessen und in der Nacht, die Tage sind heiß, die Nächte schwül - hatte ich denn das erwartet, als ich den heimatlichen Hafen verließ, hatte ich mich darauf vorbereitet? ..."

Erhaltungszustand

guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Leinen an den Rückenkapitellen gering gerissen, an der oberen Ecke des Rückens bis 1 cm - Einband etwas verschmutzt bzw. gering stockfleckig - Seiten sauber und ordentlich