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Tiroler Burgenbuch - Band 4: Eisacktal

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ca. 23,5 x 30 cm
Gemeinschaftsausgabe mit Tyrolia-Verlag, Wien

"Wie Leo Santifaller 1) ausführt, war der Bau von Burgen ursprünglich ein dem König vorbehaltenes Recht, das seit dem 12. Jahrhundert mehr und mehr in die Hände der Grafen ²) überging. Nach dem Codex Wangianus ³) erklärte Kaiser Friedrich I., daß Freie und Ministerialen mit Zustimmung des Bischofs von Trient Türme und Befestigungen anlegen dürfen. Santifaller nimmt an, daß um 1140 eine ähnliche Rechtsbestimmung für die Ministerialen des Bischofs von Brixen bestanden habe.

Abgesehen von der Bischofsburg in Säben, die schon Anfang des 9. Jahrhunderts erwähnt wird 4) und deren Spuren im Rahmen dieses Bandes näher erforscht werden, reicht die Geschichte der Eisacktaler Burgen nicht über das 12. Jahrhundert, also die klassische Burgenbauzeit zurück.

An kriegerischen Ereignissen, in denen Burgen dieser Talschaft verwickelt waren, fehlte es nicht. Bischof Egno von Brixen mußte nach dem Kriege mit Graf Albert von Tirol 1241 die während der Fehde 5) im Villnößtal errichteten Burgen Vidröl und Ursenberg wieder schleifen.

Der kriegerische Bischof Bruno von Kirchberg zerstörte 1277 die Burgen Pfeffersberg und Voitsberg und schließlich wird 1349 die Burg Stein am Ritten des Engelmar von Vilanders im Krieg zwischen der böhmisch-luxemburgischen und der bayrisch-wittelsbacherischen Partei unter dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg vom Herzog von Teck belagert und eingenommen. 1365 wird schließlich die Burg Garnstein von Bischof Matthäus an der Gassen erstürmt.

Wie andernorts wurde manche mittelalterliche Burg infolge der geänderten Wehrtechnik, die die erstarkte Kraft der Feuerwaffen mit sich brachte, in maximilianischer Zeit umgebaut. Als Beispiel dieser Art ragt in unserem Gebiet Prösels hervor, das damals durch Errichtung großzügiger Wehranlagen ein völlig neues Gesicht erhielt. Darüber, daß der Landeshauptmann Leonhard von Völs diese Bauten in Prösels für den Ernstfall errichten ließ, kann kein Zweifel sein; allerdings konnten diese neuzeitlichen Wehranlagen nicht verhindern, daß Prösels 1525 in der Bauernrevolte von den Aufständischen besetzt wurde.

Wie eminent die Gefährdung der Burgen in unserem Lande damals war, erkennt man mit aller Deutlichkeit aus der »Landesordnung«, die der hochverräterische Rebell Michael Gaismair im April 1526 in seinem Schweizer Asyl verfaßte. Punkt 5 desselben bestimmte: »Sollen alle rinckhmauern an den stetten, dergleichen alle geschlösser und Bevestigungen im Lande nidergeprochen werden und hinfüro nimmer stett (Städte) sondern dörffer sein . . . damit eine gantze glaichkaitt im landt seij . . .« »zum sechsten sollen alle Pilder, Pildstöck, die Capellen, so nit Pfarrkhirchen seind« (zerstört werden) 6).

Man denkt heute etwas anders über diese Rebellen, man weiß mehr über die Zustände, die zum haßerfüllten, blutigen Aufruhr führten und an manche jener Ideen, die damals neu und umwälzend schienen, haben wir uns heute schon längst gewöhnt ...

  1. Vorwort
  2. Die Burgen im Eisacktal
  3. Voitsberg
  4. Salern
  5. Pfeffersberg
  6. Lüsen
  7. Berg
  8. Die Hofburg Brixen
  9. Pallaus
  10. Die Burgen im Villnößtal
  11. Summersberg
  12. Anger
  13. Säben
  14. Branzoll
  15. Velthurns
  16. Garnstein
  17. Gravetsch
  18. Die Herren von Vilanders
  19. Wappensteine als Dokumente im Tiroler Burgenbau
  20. Staeteneck
  21. Wolkenstein
  22. Fischburg
  23. Trostburg
  24. Hochletz und Niemandsfreud
  25. Kastelruth
  26. Aichach
  27. Hauenstein
  28. Saleck
  29. Turm in Völs
  30. Velseck
  31. Schenkenberg
  32. Prösels
  33. Prösels »Pulverturm«
  34. Stein am Ritten
  35. Verzeichnis der öfters und abgekürzt zitierten Literatur
  36. Namenverzeichnis
  37. Ortsverzeichnis
  38. Sachverzeichnis
  39. Fotonachweis

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Schutzumschlag gering defekt