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Am Hofe des Grossmoguls

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Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstage des Grossmoguls Aureng-Zeb

Kabinettstück von Johann Melchior Dinglinger, Hofjuwelier des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen August II., genannt August der Starke

ca. 23,5 x 28,5 cm

"In den zwanziger Jahren des 18.Jahrhunderts ließ August der Starke die Pretiosen seines Hauses zu einer Sammlung vereinigen. Er ordnete an, einen Raum in seinem Dresdener Residenzschloß, der grün gestrichen und gewölbt war - deshalb einfach Grünes Gewölbe genannt wurde - mit sechs anderen zu verbinden. Nahezu ein Jahrzehnt lang beschäftigte er Künstler und Handwerker des Hofes - Architekten, Bildschnitzer, Vergolder, Lackierer, Tischler, Spiegel- und Marmorschleifer - mit der Ausstattung dieses Gebäudeteils. so entstanden die berühmten Spiegelkabinette der sächsischen Schatzkammer, in denen tausende von vergoldeten Konsolen hingen, besetzt mit schimmerndem Gerät aus Gold, Silber, Bergkristall, Halbedelstein und Elfenbein. Ihre sinnverwirrende Pracht war geeignet, die zweifache Würde, den Reichtum und die Kunstfreudigkeit des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen darzustellen.

Der größte und prächtigste dieser Räume wurde Pretiosensaal genannt. In der Mitte seiner Stirnseite erweckte ein in Relief geschnitzter, vergoldeter Baldachin vor der Spiegelwand die Aufmerksamkeit aller Besucher. Unter ihm stand ein Tisch von eigentümlicher Form, angepaßt dem Gegenstand, der seine Platte bildete: «Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb«, das Meisterwerk des Hofjuweliers Johann Melchior Dinglinger, gleichsam die Krone des schönsten fürstlichen Pretiosenkabinetts von Europa.

Dinglinger hatte dieses Werk bereits 17o8 fertiggestellt. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern, dem Emailleur Georg Friedrich und dem auf Juwelen spezialisierten Georg Christoph, hatte er acht Jahre lang mit einer Schar von Gehilfen an dieser komplizierten, eigentlich monumentalen Miniatur gearbeitet. Nebenher lieferte die Werkstatt natürlich in dieser Zeit noch eine Reihe anderer Goldschmiedewerke.

Der Meister baute wohl zuerst den hölzernen Kern der Bühne auf einen in drei Terrassen aufsteigenden Palasthof von 142 Zentimetern Breite und 114 Zentimetern Tiefe, ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Schutzumschlag gering defekt