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Gallen und Gallwespen

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Naturgeschichte der in Deutschland vorkommenden Wespengallen und ihrer Erzeuger

"Wenn wir Wald und Gebüsch, Feld und Flur durchwandern, so wird unsere Aufmerksamkeit oft durch wunderbare Auswüchse und Missbildungen an den verschiedensten Teilen der Pflanzen: an Knospen und Blättern, Blüten und Früchten, Stengeln und Zweigen erregt.

Diese Gebilde, unter dem Namen ,,Gallen“ (Cecidien) bekannt, haben sehr verschiedene Entstehungsursachen.

Sie können hervorgerufen werden durch Pilze und führen dann den wissenschaftlichen Namen ,,Mykocecidien". Eine solche Mykocecidie ist der sogenannte Hexenbesen auf der Edeltanne, welcher durch den Pilz Aecidium elatinum entsteht, und der Wurzelkropf oder ,,Hernie" unserer Kohlpflanzen, hervorgerufen durch den Pilz Plasmodiophora brassicae. Auch die ,,Hungerzwetschen" oder ,,Narrentaschen" an Pflaumenbäumen entstehen durch einen parasitischen Pilz (Exoascus pruni).

Die meisten Gallen werden durch Tiere, und zwar durch Würmer, Milben und Insekten verursacht; solche Gallen nennt man ,,Zoocecidien“. Unter den Würmern sind es die sogenannten Aelchen, eine Familie der Fadenwürmer (Nematoden), die an Getreide, verschiedenen Gräsern (Alopecurus, Agrostis, Poa, Phleum, Festuca), an Schafgarbe, Buchweizen, Zwiebeln (Taf. I, 2), Hyazinthen, Klee, Luzerne u. a. höcker- und knotenartige Anschwellungen — (Nematocecidien) — erzeugen. Die Aelchen sind kleine, höchstens 2 mm lange, trichinenähnliche Würmer, die sich namentlich an unseren Kulturpflanzen als recht gefährliche Krankheitserreger erweisen. Das Stengelälchen (Tylenehus devastatrix Kühn) verursacht nämlich die sogenannte Stock- oder Knotenkrankheit an Roggen, Hafer, Klee, Luzerne und Buchweizen, die Ringelkrankheit der Hyazinthen, die Wurmfäule der Kartoffeln, die Aelchenkrankheit der Speisezwiebeln und die Kernfäule der Kardenköpfe. Das Weizenälchen (Tylenchus scandens Schndr.) erzeugt in den Aehren der verschiedenen Weizenarten dunkelbraune oder schwarze Gallen, die ,,Gicht- oder Radekrankheit“. Das Rübenälchen (Heterodera Schachtii Schmidt) ist die Ursache der sogenannten „Rübenmüdigkeit“ des Bodens, und das Wurzelälchen (Heterodera radicicola Greef), welches an 50 Pflanzenarten Wurzelgallen erzeugt, trägt vielleicht auch die Schuld daran, dass der Boden für gewisse Pflanzen ,,müde“ ist. Diese Wurzelgallen sind namentlich bei den Schmetterlingsblütlern nicht zu verwechseln mit den durch Spaltpilze hervorgerufenen, stickstoffhaltenden ,,Wurzelknöllchen“, Die Gallen der Wurzelälchen sind nämlich Verdickungen des Wurzelkörpers, während die Wurzelknöllchen nur seitliche Anhänge der Wurzel bilden.

Die Gallmilben (Phytopti), eine Ordnung der Spinnentiere, verursachen pelzige oder filzartige Wucherungen an der Blattunterseite verschiedener Pflanzen, Beutelgallen, Taschengallen, Hörnchengallen, Knötchen und Pocken auf Blättern, Blattrollungen, Zusammenziehung und abnorme Zerteilung, Bräunung und Bleichung der Blätter, Füllung der Blüten, Knospenanschwellungen und Verbildung der Samen und Früchte. Diese pathologischen Veränderungen ..."

Erhaltungszustand

guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband teils leicht verschmutzt, teils geringfügig stockfleckig - erste und letzte Innenseite ebenfalls leicht stockfleckig - restliche Seiten überwiegend sauber und ordentlich - alter Besitzerstempel auf dem Deckel und dem Titel