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Des hochheiligen, ökumenischen und allgemeinen Concils von Trient Canones und Beschlüsse

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Des hochheiligen, ökumenischen und allgemeinen Concils von Trient Canones und Beschlüsse nebst den darauf bezüglichen päpstlichen Bullen und Verordnungen und einem vollständigen Inhaltsverzeichnisse

Mit gegenüberstehendem lateinischen Texte nach den besten Ausgaben, mit besonderer Berücksichtigung der neuesten römischen Ausgabe vom Jahre 1845, In treuer Verdeutschung nebst einem geschichtlichen Abrisse des Concils

D. Wilhelm Schmets war Stiftsherr in Aachen

"Geschichtlicher Abriß des Concils von Triest

Schon am Ende des 15. Jahrhunderts war das Verlangen nach einer allgemeinen Kirchenversammlung eben so sehr laut geworden, als eine durchgreifende Verbesserung in der Kirche an Haupt und Gliedern für nothwendig erachtet wurde. Der Ausbruch der Kirchentrennung durch Luther im Jahre 1517 brachte diesen Gegenstand lebhafter zur Sprache, besonders nachdem sich der Reformator selbst auf ein allgemeines Concil berufen hatte.

Die in Nürnberg im Jahre 1523 versammelten Reichsstände gingen deshalb den Papst Hadrian VI. aus Brügge in Flandern, um die Zusammenberufung eines Concils an. Der Papst war diesem Ansinnen nicht abgeneigt, starb aber schon in demselben Jahre. Der ihm folgende Papst Clemens VII. sprach es beim Regierungsantritte als eines seiner ersten Vorhaben aus, ein allgemeines Concil zusammenberufen zu wollen, doch wurde er durch den Krieg zwischen dem Kaiser Karl V. und Franz I., Könige von Frankreich, so wie durch den Einfall der Türken in die österreichischen Staaten daran verhindert.

Nach hergestelltem Frieden machte der Papst neue Vorschläge zur Berufung eines allgemeinen Concils, das nach der Weise, die von jeher in der Kirche üblich gewesen sei, gefeiert werden sollte. Die protestantischen Stände wollten aber nicht darauf eingehen, weil der Papst hiernach den Vorsitz im Concil führen würde, was sie nicht zugeben dürften, obwohl sie sich auf den Reichstagen zu Speier und Augsburg wiederholentlich auf ein Concil und zwar ausdrücklich auf ein solches berufen hatten, welches durch den Papst ausgeschrieben werden würde. Auch konnten sich beide Theile über den Ort nicht einigen, wo das Concil gehalten werden sollte.

Unterdessen waren in Deutschland die durch die Wiedertäufer verursachten Unruhen ausgebrochen und die Türken verwüsteten die Uferstaaten Italiens mit Feuer und Schwert. Clemens VII. starb mitten in dieser bedrängten Zeit im Herbste des Jahres 1534. Ihm folgte in der Regierung wenige Tage nachher Paulus III. Dieser beschied in der Convocationsbulle vom Jahre 1536 das allgemeine Concil nach Mantua auf den Monat Mai des folgenden Jahres. Die Protestanten weigerten sich, darauf zu erscheinen, weil Mantua zu fern von Deutschland gelegen und unsicher sei, auch sprach sich der Herzog von Mantua selbst dagegen aus. Nun wurde das Concil auf den Monat Mai 1538 nach Vicenza berufen, das sich unter venetianischer Herrschaft befand. Aber es erschien kein einziger Prälat. Die päpstlichen Legaten wurden deshalb zurückberufen und das Concil bis auf Ostern 1539 prorogirt. Doch auch zu dieser Frist fanden sich weder die Bischöfe noch auch ihre Theologen ein, und da der König von Frankreich sich dem Concil entschieden abgeneigt zeigte, so wurde die Eröffnung desselben auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben.

Endlich wurde im Jahre 1542 wieder ernstlich an die Zusammenberufung des Concils gedacht. Der päpstliche Legat schlug auf dem Reichstage zu Speier die zu den österreichischen Landen gehörige und nahe an Deutschland und Italien gelegene Stadt Trient zur Haltung des Concils vor. Die Ansagungsbulle erschien nun am 22. Mai 1542 und die Versammlung wurde aus den ersten November desselben Jahres festgesetzt. Bei dem aber aufs Neue zwischen dem Kaiser und dem Könige von Frankreich ausgebrochenen Kriege zerstreuten die Prälaten sich wieder und das Concil wurde suspendirt. Nach dem Frieden von Crespy ging jedoch die Eröffnung der Synode am 13. December 1545 vor sich. Es war am dritten Sonntage des Adventes, dessen Messefeier, mit welcher das Concil eingeweiht wurde, mit den Worten anhebt: Gaudete omnes — Freuet euch Alle! — Außer den drei päpstlichen Legaten del Monte, Cervini und Polus waren 4 Erzbischöfe, 22 Bischöfe, 5 Ordensgenerale, nebst den Gesandten des Kaisers und des römischen Königs versammelt. Die beiden Hauptgegenstände, die dem Concil zu erledigen oblagen, waren die Verwerfung der Irrlehren und die Verbesserung der Kirchenzucht. Die kaiserlich Gesinnten verlangten, daß mit dieser der Anfang gemacht werde, die päpstlichen Gesandten aber forderten, daß zuerst die Glaubenssätze sollten bestimmt werden. Endlich kam man dahin überein , daß die Verhandlungen über Beides mit einander verbunden werden sollten ..."

Erhaltungszustand

guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einbandecken und -kanten teils mehr oder weniger abgenutzt - beide Deckel leicht beschabt - Rückenecken bzw. -kanten an 5 kleinen Stellen durchgescheuert - Bindung geringfügig gelockert - 5 kleine alte Namensstempel im Buch verteilt - Seiten überwiegend sauber und ordentlich - Papier teils etwas vergilbt - selten rote, blaue oder Bleistiftunterstreichungen bzw. kleine Anmerkungen von alter Hand