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Vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer

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Eine Kriegs-Fahrt im Kajak donauabwärts

beiliegend etwas Korrespondenz des Vorbesitzers mit dem Verlag Westermann und der Erbin des Autors, Frau Tilly Protzen von 1943

"Es war keine Vergnügungsreise, die ich im schweren Kriegsjahr 1917 unternommen habe. Auch nicht ausschließlich der Schaffensdrang des Künstlers oder die uns Deutschen nun mal im Blut liegende Sehnsucht in die Ferne und die Abenteuerlust zogen mich, den nicht einmal Garnisondiensttauglichen, hinaus aus dem schwerbedrängten Vaterland.

Es war der Wunsch, nach meiner Kraft, nach meinem Können mithelfen zu dürfen ... 

Die Donau, diesen nächst der Wolga mächtigsten Stromlauf in Europa, wollte ich mit eignen Augen kennenlernen und auf seine Wichtigkeit als Verkehrsstraße für unsern Handel, für unsern Gewerbfleiß und für unsre Ernährung hinweisen. — Nicht nur für uns Deutsche allein. — Denn die Donau ist es, welche die vielen Völkerstämme, welche längs des Riesenstromes ihre Wohnsitze aufgeschlagen haben, mit zwingender Notwendigkeit, trotz aller durch Eifersüchteleien und politische Ränke entstandenen Feindschaften, wieder zusammenführen wird und muß zu gemeinsamer Arbeit. Dieser natürliche Weg vom und zum Orient, der schon seit Jahrtausenden benutzt wurde, lange bevor die Seeschiffahrt es wagen durfte. die Weltmeere zu durchfurchen. Diese uralte Heerstraße der Völkerwanderungen, der Nibelungen und der Kreuzzüge wird auch in künftigen Jahrhunderten mehr denn je dazu beitragen, die Güter und die Kulturwerte des Abendlandes mit denen des Ostens auszutauschen und dadurch die Völker wieder einander näherzubringen ...

Im Gegensatz zu unserm vielgepriesenen Vater Rhein hat die schöne blaue Donau Wiens, welche der Ungar viel treffender ,,die blonde'' nennt und die slawischen Volksstämme am Unterlauf mit zärtlicher Verehrung als Mütterchen Dunai besingen, bei uns in Deutschland weder in der Malerei noch in der Dichtkunst eine Rolle gespielt; wenn man von den wenigen Episoden im alten Nibelungensang absieht.

Sehr mit Unrecht! — Daher wohl auch die völlige Unkenntnis, besonders im nördlichen Deutschland, über diesen Strom, so reich an Geschichte, so reich an Sagen und so herrlich schön mit seinen Wäldern und Felsen, Katarakten, Sümpfen und Auen, Burgen und Städten, dessen Wassern ich mich anvertraute als alleiniger Insasse eines winzigen Schiffleins für meine Fahrt vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer."

Erhaltungszustand

guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Rückenkanten teils aufgeplatzt, teils aufgerissen und unten mit Klebeband fixiert - Einband leicht verschmutzt - Seiten sauber und ordentlich - kleiner Besitzervermerk auf dem Titel - Seitenschnitt gebräunt