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Boote - Flöße - Schiffe

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  • Verlag: Edition Leipzig
  • Autor:
  • Erstausgabe 1974
  • 231 Seiten mit ca. 160 Bildern
  • Format / Größe: ca. 25 x 28 cm
  • Bindung / Material: Leinen mit Schutzumschlag
  • Sprache: de
9,99 Euro inkl. 7 % USt., zzgl. Versandkosten
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"Raketengetriebene Raumflugautomaten, die zum Mond, zum Mars, zur Venus und zum Jupiter gesteuert werden, symbolisieren heute im Verkehrs- und Transportwesen den wissenschaftlich-technischen Höchststand unserer Zeit. Ihnen gegenüber folgen alle anderen Verkehrsmittel mit großem Abstand. Wie ungeheuer weit dieser reichen kann, das offenbart sich besonders augenfällig in der Schifffahrt. Denn auf den Meeren, Strömen, Flüssen und Seen sind Flöße und Segelboote, gepaddelte Einbäume und Kajaks zur Stunde noch vielfach vorhanden. Statistiken weisen aus, daß gegenwärtig mehr als eine Million Segelfahrzeuge und Ruderboote zum Frachttransport, zur Fischerei und im örtlichen Nahverkehr benutzt werden. Schiffe dienen aber nicht nur als Arbeitsmittel: Hunderttausende von Menschen wohnen ständig auf Wasserfahrzeugen verschiedenster Art. Noch immer sind Schiffsgefäße in aller Welt mit lebendigem Volksbrauch und mit Kulthandlungen vielfältig verbunden. In Kalkutta, Rangun, Singapur, Kanton und Schanghai, an der Küste Ostafrikas, im Delta von Euphrat und Tigris, am Amazonas, in Grönland, Alaska und Feuerland, aber auch in Finnmarken, im Spreewald, an der Mündung von Rhein, Maas und Schelde sowie in der Ägäis läßt sich das tagein, tagaus beobachten. Auch die Schiffahrt der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wird nicht allein von Tragflügel- und Luftkissenbooten oder von Mammuttankern und Containerfähren betrieben, und auch nicht allein mit Hilfe von Gasturbinen und Kernkraftanlagen, von Steuerelektronik und Satellitennavigation. Wir halten es daher durchaus für nützlich und notwendig, die «einfachen Formen» der Wasserfahrzeuge und die Besonderheiten der Lebensweise auf ihnen zu schildern. Das Leben der Schiffsbesatzungen wird von anderen Faktoren beeinflußt als der Alltag an Land. Nach wie vor bilden die Fahrensleute eine spezielle Gemeinschaft mit deutlichem Kolorit, mit Lebensformen, die einen intensiven und vielfältigen überregionalen Kulturaustausch fördern.

Seit fast einem Jahrhundert haben sich namhafte Vertreter der Ethnographie mit Forschungen zur maritimen Kultur und Lebensweise beschäftigt. Vornehmlich waren es Engländer — Seligman, Malinowski, Radcliffe-Brown, Haddon, Firth — und Skandinavier wie Erixon, Itkonen, Granlund oder Birket-Smith, aber auch hervorragende Gelehrte aus vielen anderen Ländern: Frobenius, Boas, Nishimura, die Mitarbeiter der Hamburger Südsee-Expedition, Te Rangi Hiroa, Heine-Geldern, Gusinde, Leopold Schmidt. Von ihnen angeregt oder aus eigenem Antrieb leisteten zahllose Fachgenossen bedeutsame Beiträge — nicht zu vergessen die großen Außenseiter aus anderen Disziplinen oder aus dem Kreis der Laienforscher: Heyerdahl, Paris, Piétri, Worcester, White, Suder, Chapelle und Crone. Namentlich von seiten der Archäologie und der Sprachwissenschaft wurde hochwillkommene Hilfe zuteil. Organisierte maritime Forschung erhob die 1910 gegründete britische «Society for Nautical Research» zu ihrem Programm. Kurz nach dem ersten Weltkrieg setzte die systematische ethnographische Bestandsaufnahme der volkstümlichen Wasserfahrzeuge ein, wobei Szymanski in Deutschland und Hornell im britischen Kolonialreich den Anfang machten. Doch erst seit etwa zehn Jahren widmen sich einige Spezialisten gänzlich der Erforschung der maritimen Kulturgeschichte: Hasslöf, Henningsen, Crumlin, Cederlund, Christensen, Rudolph, Greenhill, Prins, van Beylen, Fraser, Anderson. Jetzt wird die Zeit reif für erste kulturhistorische Zusammenfassungen.

Ausgangsbasis für unsere Darstellung der Formen und Funktionen von Schiffsfahrzeugen ist das Leben der unmittelbar Schaffenden in Fischerei und Schiffahrt ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Schutzumschlag gering defekt