Onlineshop für Liebhaber antiquarischer Bücher

Startseite

Grammatik der obersorbischen Schriftsprache der Gegenwart

19,99 Euro inkl. 7 % USt., zzgl. Versandkosten
Lieferzeit: 5-7 Tage*

Grammatik der obersorbischen Schriftsprache der Gegenwart / Gramatika hornjoserbskeje spisowneje rěče přitomnosće

Morphologie / Morfologija

"Methodisch und theoretisch folgt die Grammatik der obersorbischen Schriftsprache der Gegenwart den Prinzipien der funktionalen Sprachbetrachtung, die die dialektischen Beziehungen zwischen Form und Funktion (Bedeutung) im grammatischen Bereich untersucht. Sie geht von der Einsicht aus, daß die Sprache sowohl als Mittel der gesellschaftlichen Kommunikation als auch als vergegenständlichte Form des Denkens ein besonders strukturiertes System von verbalen oder lautlichen Zeichen darstellt, die ditferentiell durch ihre Beziehungen zueinander determiniert sind. Die Funktion (Bedeutung) der sprachlichen Mittel, die erwartete und im Normalfall auch erzielte kommunikative Leistung der Sprachformen manifestiert sich in konkreten Äußerungen, sie ist kontextabhängig. Die Verallgemeinerung der kontextbedingten Leistungen des sprachlichen Mittels führt zum Wesen ihrer Funktion, zur invarianten Bedeu- tung, die nur im dialektischen Gegensatz zu anderen grammatischen Mitteln der gleichen paradigmatischen Klasse deüniert werden kann. Voraussetzung dafür ist die Feststellung der relevanten, distinktiven Merkmale der sprachlichen Mittel, die Merkmalhaftigkeit oder Merkmallosigkeit der grammatischen Form. Einsichten in das Wesen der Sprache und ihre kommunikative Leistung setzen Einsichten in das System der sprachlichen Einheiten und der Beziehungen zwischen ihnen voraus. Die isolierte Betrachtung der einzelnen Komponenten dieses Systems versperrt den Einblick in den Aufbau und das Funktionieren der Sprache. Der grundlegenden Erkenntnis folgend, daß die Elemente der Sprache in einem dialektischen Verhältnis zueinander stehen und daß ihre Funktion nur in Verbindung mit und im Gegensatz zu anderen Elementen verwirklicht wird, wird der semantische und funktionale Inhalt von grammatischen Morphemen und Morphemkomplexen als Bedeutungsunterschied auf der Grundlage des Oppositionsprinzips definiert, wie es in der modernen Linguistik, insbesondere durch die Prager Schule, entwickelt wurde.

Die syntagmatischen Beziehungen der Textelemente werden mit Hilfe von Begriffen und Termini der modernen Aussagen- und Prädikatenlogik bestimmt (Sinowjew 1970; Sinowjew-Wessel 1975; KLAUS 1965). Die Elemente des Textes werden demzufolge unterteilt in Termini und Operatoren. Operatoren sind segmentale oder suprasegmentale Elemente, die die Beziehungen zwischen Termini kennzeichnen oder das Verhältnis des Sprechers zur Aussage und andere außerstrukturelle Beziehungen ausdrücken. Termini sind sprachliche Zeichen von Begriffen. Sie werden unterteilt in Argumente und Prädikate. Prädikaten entsprechen auf der logisch-semantischen Ebene Merkmale, die Argumenten zugeschrieben werden. Zwischen Termini bestehen logische Beziehungen. Termini gleicher Ordnung sind stets durch koordinative Beziehungen verbunden, auf der syntaktischen Ebene entsprechen ihnen gleichartige Satzglieder. Zwischen Argumenten und Prädikaten besteht entweder eine determinative oder eine prädikative Beziehung. Bei determinativer Beziehung schränkt das Prädikat sein Argument begrifflich-extensional ein: Argument und determinatives Prädikat bilden einen neuen, nichtelementaren Terminus. Auf der syntaktischen Ebene entspricht dem determinativen Prädikat das Attribut. Alle nichtdeterminativen Prädikate sind Propositionen. Auf der syntaktischen Ebene entsprechen ihnen syntaktische Prädikate, Appositionen, prädikative Supplemente, nichtrestriktive Attribute oder — bei ihrer Nominalisierung — Aktanten (Subjekt, Objekt, Adverbialbestimmungen) ..."

Erhaltungszustand

guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - ohne Schutzumschlag - vom Schmutztitel wurde die untere Ecke wegen einem Namen oder Stempel abgerissen - sonst sauber und ordentlich