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Kinderarbeit und Gesetz gegen Ausnutzung kindlicher Arbeitskraft

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Kinderarbeit und Gesetz gegen die Ausnutzung kindlicher Arbeitskraft in Deutschland

Unter Berücksichtigung der Gesetzgebung des Auslandes und der Beschäftigung der Kinder in der Landwirtschaft

der Autor war Vorsitzender des Arbeitsausschusses zur Durchführung des Fürsorgeerziehungs-Gesetzes in Rixdorf-Berlin

mit Widmung des Autors für seinen Freund Paul Leppien von 1902

hinten im Buch ist beigebunden: Praktische Anweisung zur Durchführung des Preußischen Fürsorgeerziehungs-Gesetzes vom gleichen Autor mit 40 Seiten (Verlag Moritz Schnetter, Berlin, Erstausgabe 1901)

"Kinderarbeit! — Wieviel tausend mal mag ich dieses Wort geschrieben und gesprochen haben! Soll ich es noch besonders hervorheben, daß nur Liebe zu den Aermsten unter den Armen mir den Mut und die Kraft gab, wieder und immer wieder Freunde und Mitstreiter zu gewinnen? Der deutschen Lehrerschaft gebührt der Dank für den endlichen Erfolg. Kann doch der Einzelne ohne die Wucht der Masse so wenig .... Dank an dieser Stelle sage ich auch den Kommunen, die mir das Material zum Teil ohne besondere Bitte zur Verfügung gestellt haben, dem Verein zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung, dem Berliner Frauenverein, den Parlamentariern und der Presse, die meine Sache zu der ihrigen machten, Dank insbesonders endlich den Staatsbehörden, die sich angeschickt haben, durch einen Gesetzentwurf die schlimmsten Auswüchse der Kinderarbeit zu beseitigen. Gruß den Freunden in Wien und London, die noch kämpfen, die mit jedem Kinderfreunde Deutschlands einig sind darüber, daß dem Kinde ein Recht auf das Paradies der Jugend zusteht; ein Recht, das ihm Not, Eigennutz und Wettbewerb bestreiten zum Schaden der Gesellschaft.

Das Buch soll praktischen Zwecken dienen in Gegenwart und Zukunft. Es soll über das schwierige Gebiet der Kinderarbeit, nicht der gewerblichen allein, in umfassendster Weise orientieren. Dabei wird selbstverständlich die gewerbliche Kinderarbeit nach dem Stande der beabsichtigten Gesetzgebung in erster Reihe berücksichtigt werden. Hier soll jeder, dem es ernstlich um Besserung der Zustände zu thun ist, — die Presse, der Sozialpolitiker, der Menschenfreund, der Gewerbebeamte, der Arzt, Geistliche, Lehrer, der Arbeitgeber und die Behörden, welche in echt menschenfreundlicher Weise eine weitere Einschränkung der Erwerbsthätigkeit schulpflichtiger Kinder offen gelassen haben ..."

  • Was ist erwerbsmäßige Kinderarbeit ?
  • Entwickelung der Gesetzgebung zum Schutze der Kinder vor Ausbeutung ihrer Arbeitskraft
  • Umfang der Erwerbsarbeit der Kinder
  • Die Schäden der Erwerbsarbeit der Kinder in Industrie und Gewerbe
  • Die Löhne in der gewerblichen Kinderarbeit
  • Bestrebungen und Herbeiführung eines erweiterten Kinderschutzgesetzes
  • Die Kinderarbeit in der Landwirtschaft
  • "Grundzüge" des Gesetzes über regelung der gewerblichen Kinderarbeit außerhalb der Fabriken
  • Aus Gesetzen und Verordnungen über die Erwerbsarbeit der (schulpflichtigen) Kinder im Ausland
  • Anlagen
  • Praktische Anweisung zur Durchführung des Preußischen Fürsorgeerziehungs-Gesetzes

über den Autor:

"Konrad Agahd (* 1. März 1867 in Neumark (Pommern); † 18. November 1926 in Berlin-Neukölln) war ein deutscher Schriftsteller, Pädagoge und Journalist.

Das Thema, mit dem sich Konrad Agahd unentwegt wissenschaftlich beschäftigte, war die Schädigung der Erziehung durch die den Kindern abverlangte Arbeit. Seine erste wichtige Studie zur gewerblichen Kinderarbeit von 3287 Rixdorfer Kindern erschien 1894. In dieser Zeit (1890–1913) war er Lehrer in Rixdorf (heute Berlin-Neukölln). Agahd studierte die Kinderarbeit in Deutschland, Schweden, Norwegen, Oberitalien und in Österreich.

Seine Ergebnisse veröffentlichte er in zahlreichen Aufsätzen, Broschüren, Fachbüchern und Gesetzeskommentaren und trug sie auf Kongressen und in unzähligen Artikeln für die verschiedensten Zeitschriften vor. So verlangte er 1902 auf der Versammlung des Deutschen Lehrervereins zusätzlich zu den bereits 1898 beschlossenen Maßnahmen: Verbot jeder Sonntagsarbeit bzw. Beachtung der Sonntagsruhe, Verbot jeder Beschäftigung in gesundheitsgefährdeten Betrieben, Ausdehnung des Kinderschutzes auf gewerbliche Arbeit im Haus, Mitwirkung der Lehrerschaft bei Durchführung und Kontrolle der geforderten staatlichen Maßnahmen.

Seiner engagierten Fürsorge verdanken die gewerblich arbeitenden Kinder das Kinderschutzgesetz von 1903, das Mindestalter und Arbeitszeit festlegte. Heimarbeit, Hüte-, Erntearbeit oder Mithilfe und Nebenerwerbstätigkeiten wurden wegen des hartnäckigen Widerstandes der ostelbischen Grundbesitzer allerdings nicht erfasst. Agahd war innerhalb der deutschen Lehrerschaft neben dem Hamburger Oberlehrer Johannes Halben der wichtigste Kämpfer gegen die Kinderarbeit. Sein Bericht löste heftige Reaktionen aus. Nach dem Wunsch mancher seiner Gegner hätte er deshalb in die polnischen Gebiete des Deutschen Reiches strafversetzt werden sollen.

Agahd war Vorstandsmitglied des deutschen Lehrervereins und der Gesellschaft für soziale Reform. Aufgrund einer Ohrenkrankheit musste er 46jährig in den Ruhestand treten. Von diesem Zeitpunkt an arbeitete er nur noch als Schriftsteller, besonders gern als Briefonkel in Kinder- und Jugendzeitschriften (Hänsel und Gretel; Jung-Siegfried; Treuhilde) und in der Jugendpflege und Fürsorge. Sein Motto war: Wer Schlechtes vernichten will, muss besseres an die Stelle setzen ..." (Dank an Wikipedia) 

Erhaltungszustand

guter bis sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren: Halbleinen im Stile der Zeit - Einband gering abgenutzt - Vorsatzseite und Seitenschnitt altersgebräunt - Seiten sauber und ordentlich