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Das Erdöl - seine Physik, Chemie, Geologie - Band 5

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  • Verlag: S. Hirzel, Leipzig
  • Erstausgabe 1919
  • 517 Seiten mit 9 Bildern
  • Bindung / Material: Halbleinen
  • Sprache: de

Die Erdölwirtschaft

Redigiert von Hans Höfer, Edler von Heimhalt und bearbeitet von Prof. Dr. rer. pol. Hellmuth Wolff, Halle / Saale

Das Erdöl - seine Physik, Chemie, Geologie, Technologie und sein Wirtschaftsbetrieb, in 5 Bänden herausgegeben von C. Engler & H. von Höfer

hier im Angebot: Band 5

"Das Erdöl, welches man an mehreren Orten fand, wurde in alter Zeit von den Anwohnern in sehr geringen Mengen gewonnen; die seltenen hellen, doch auch manchmal die dunklen Arten wurden in tönernen Lampen gebrannt oder auch als Medizin verwendet und teuer bezahlt. Der schwerflüssige Erdteer diente als Wagenschmiere. Um die Ergiebigkeiten der Quellen zu erhöhen, grub man Löcher.

Dies ist die allgemeine Vorgeschichte der Erdölindustrie auf der ganzen Welt. Nur in Ägypten wurden mit jenen Naturprodukten die Leichen einbalsamiert und in Babylonien diente verdicktes Erdöl als Mörtel bei den oft gigantischen Bauten. In Indien verwendete man das Erdöl zur Herstellung eines Kriegsmittels, des „indischen Feuers", weshalb es Staatsmonopol war; auch die byzantinischen Kaiser hüteten das von Sagen umsponnene Geheimnis des „griechischen Feuers", das ihnen die Überlegenheit im Seekrieg gab und zu welchem man ebenfalls Erdöl benötigte.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Erdöls und seiner Verwandten war durch Jahrtausend unbedeutend. Ein gesunder Anlauf, in Galizien eine Erdölindustrie zu schaffen, scheiterte im Anfang des 19. Jahrhunderts an örtlichen Schwierigkeiten.

In Nordamerika krankte ein ähnlicher Versuch an Mangel an Material. Colonel E. L. Drake bohrte in Pennsylvanien im August 1859 den ersten Brunnen, um Erdöl zu erschließen; seine Intelligenz, gepaart mit Glück und Mut gegen Spott wurde reich belohnt, denn er begründete die jetzige Erdölindustrie. 

Dieser glückliche Fund regte nicht bloß in den Vereinigten Staaten, sondern auch an anderen Fundorten die Bohrtätigkeit an und das Petroleum war in kurzer Zeit eine internationale Handelsware, die Produktion stieg im Sturmlauf an, Milliarden wurden in diese neue Industrie, die nun viele Millionen Menschen beschäftigt und nährt, investiert und weltumspannende Syndikate wurden gewaltige, ungekrönte Herrscher.

Die bei der Erzeugung von Petroleum fallenden Nebenprodukte waren anfangs minderwertige, ja manchmal lästige Beigaben; man suchte und fand für sie anfangs nebensächliche Verwendung, bis man den hohen Wert des Benzins als Treibmittel für Maschinen erkannte und den der Schmiermittel würdigen lernte. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Nebenprodukte übersteigt nun vielenorts jene des Petroleums und das Erdöl wird jetzt nach seinem Benzingehalt bewertet. In jüngster Zeit ist es gelungen, die Benzinausbeute auf Kosten der schweren Öle wesentlich zu erhöhen, den Ertrag zu steigern und den Betrieb der Raffination der jeweiligen Marktlage besser anzupassen.

Gewiß hat Colonel E. L. Drake, — der als großer Optimist geschildert wird — und mit ihm auch kein anderer geahnt, daß das Erdöl fast ein halbes Jahrhundert nach der glücklichen Bohrung bei Titusville ein wirtschaftlicher Faktor ersten Ranges werden würde, welcher nicht nur in alle Welt Licht trägt, sondern auch gewaltige Maschinen treibt, Schiffe und Fahrzeuge bewegt und Kriege in der Luft, auf der Erde und im Wasser mitentscheidet. Mangel an Erdöl bedingt schwerempfundene wirtschaftliche Abhängigkeit und kann jede Heerestätigkeit lahmlegen.

Das Erdöl schuf im reichen Maße Arbeit, Kapital und selbst in Einöden blühende Anwesen; es gibt der Menschheit Behagen, Wohlstand, Energien, und Macht. Darum kämpft jetzt England, dessen Kapital sich seit Jahren in allen Erdölgebieten einnistete, um Mesopotamien, und darum wird Mexiko so vielseitig umworben. Die weitere Entwicklung der Kriegs- und Handelsmarine ist an den Besitz von Erdölfeldern gebunden. Die Ölländereien beeinflussen die moderne Handelspolitik und Diplomatie, denn Erdöl ist eines der gewaltigsten Machtmittel eines Staates.

Diese hohe Bedeutung des Erdöls im Frieden und Krieg mag den Umfang unseres Werkes, welches mit dem vorliegenden V. Band zum Abschluß kommt, rechtfertigen. Dieser Schlußband war im großen Ganzen beendet, der größere Teil auch schon gesetzt, als der schreckliche Weltkrieg begann, weshalb die Fertigstellung in der Hoffnung auf baldigen Frieden unterblieb. Als jedoch diese eine bittere Täuschung wurde, entschloß sich der Herr Verleger trotz der großen Schwierigkeiten der Zeit das Buch erscheinen zu lassen. Sollte dasselbe nicht schon bei seiner Geburt als veraltet gelten, so mußten es Ergänzungen neuzeitlich gestalten, welche bei unserer vielseitigen Abgeschlossenheit nur schwer und leider auch nicht durchwegs beschafft werden konnten. Trotzdem glauben wir ein auch für die Gegenwart zutreffendes Bild der Erdölwirtschaft und der sie aufbauenden Elemente durch Zusammenwirken erprobter Fachgenossen bieten zu können ..."

  • Die rechtlichen Grundlagen der Erdölindustrie
    • Das Bergrecht
    • Die Zolltarife
    • Die übrigen Rechtsverhältnisse
  • Die wirtschaftlichen Grundlagen der Erdölindustrie
    • Geschichte der Industrie in den Hauptländern
    • Die natürlichen Grundlagen
    • Das Kapital
    • Die Arbeit
  • Die Wertschätzung von Erdölgebieten
  • Erdwachswirtschaft
  • Asphaltwirtschaft und Peche
  • Ergänzungen

Erhaltungszustand

guter bis sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - beide Deckel teils etwas beschabt - Einband etwas verschmutzt - Seiten überwiegend sauber und ordentlich