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Transasien - 23000 km mit 32 PS von Palästina bis China

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"Im Altertum und Mittelalter waren die ,,Seidenstraße« und die ,,Südroute« die beiden großen transasiatischen Handelsstraßen. Vom Schwarzen Meer bis Persien verliefen sie parallel. Dann suchte sich die Seidenstraße über Turkestan und Sinkiang ihren Weg nach dem Fernen Osten. Die Südroute wandte sich über Afghanistan, durchquerte das völkerreiche Indien und strebte über Burma und Südchina dem Gelben Meer zu. Damit stellte sie eine wichtige Verbindung zwischen dem indischen und chinesischen Kulturkreis her. Beide Straßen wurden durch die Entwicklung der Seefahrt in ihrer Eigenschaft als Fernverkehrsstraßen bedeutungslos. Sie gerieten in Vergessenheit. Erst dem 20. Jahrhundert ist es vorbehalten, diesen alten Karawanenstraßen neues Leben zu geben. Langsam, aber unaufhaltbar geht das Kraftfahrzeug daran, sich die Karawanenwege Asiens dienstbar zu machen. Seidenstraße und Südroute werden in der Zukunft Trägerin eines Autoverkehrs vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean sein. Welche der beiden Straßen eher diesem großen Ziel wird dienen können, ist heute noch schwer zu sagen. Eine Betrachtung des bisher Erreichten und kommender Möglichkeiten läßt jedoch Rückschlüsse zu.

Die Seidenstraße ist die ältere und berühmtere; schon um Christi Geburt wurde auf ihr das damals kostbarste Handelsgut des Fernen Ostens, die Seide, nach dem Abendland gebracht. Im Jahre 1278 machte Marco Polo seine berühmte Reise nach China und brachte damit die Seidenstraße in unsern Gesichtskreis. In der Folgezeit haben sich die abendländischen Geographen immer wieder mit diesem bedeutenden Handelsweg befaßt. Die Erschließung der Seidenstraße für den modernen Verkehr hat im letzten Jahrzehnt große Fortschritte gemacht ...

Das Projekt einer Autostraße vom Atlantischen zum Stillen Ozean muß sich also der Südroute zuwenden. Selbst wenn einmal durch eine Änderung in der Haltung Rußlands das jetzige Sperrgebiet freigegeben und damit die Seidenstraße durchgehend befahrbar werden sollte, bleibt der Wert der Südroute dennoch erhalten. Sie ist wohl etwas länger, besitzt aber einen wesentlichen Vorteil. Während die Seidenstraße vorwiegend durch Wüsten und Steppen dünner Besiedlung führt, nimmt die Südroute ihren Weg durch das übervölkerte und für Handel und Verkehr wichtige Indien und erschließt auch die reichen südchinesischen Provinzen.

Die Südroute besteht aus zwei Teilen, die erst in ihrer Verbindung zur Transasien-Straße werden, dem Landweg nach Indien und der Karawanenstraße von Indien nach China. Der rund 10000 Kilometer lange Landweg nach Indien ist nach der Seidenstraße die längste Überlandverbindung des Altertums gewesen. Auf ihr marschierten die Krieger des Kyros und Xerxes gegen Griechenland, und 880 v. Chr. zog Alexander der Große mit einem Riesenheer bis an den Indus. Seither führt dieser Weg den stolzen Beinamen: ,,Straße der Zehntausend.« ...

Die Karawanenstraße von Indien nach China ist in ihrer geschichtlichen Entwicklung weniger klar gezeichnet. Sie war aber zu allen Zeiten stark begangen und war es auch dann noch, als die Schiffahrt den Langstreckenverkehr angezogen hatte. Denn der Weg von Indien nach China zu Land ist beträchtlich kürzer, da ja Schiffe den weiten Umweg um die Malakka-Halbinsel (Singapore) machen müssen. Es hat auch an Versuchen nicht gefehlt, die Landverbindung zwischen Indien und China mit Kraftfahrzeugen herzustellen. Bis jetzt war keiner erfolgreich. Auf diese Lücke in der Erschließung der Südroute stellten sich deshalb alle meine Gedanken und Pläne ein. Um diesem Problem näher zu treten, ging die ,,Transasien-Expedition« an den Start. Die Reise von Europa nach Indien war nur die notwendige Anfahrt. Es war klar, daß Hinterindien die größten Schwierigkeiten bringen würde ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Deckel etwas verbogen - Leinen an der Rückenunterkante etwas durchgescheuert