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Reptilien und Amphibien in Sage, Sitte und Literatur

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  • Die Schlange
  • Der Frosch
  • Die Kröte und anderes Getier

"Die Schlange hat überall und zu allen Zeiten infolge ihres geheimnisvollen Wesens die Volkephantasie beschäftigt und zu den widersprechendsten Ansichten geführt, so daß sie einerseits als umheimliches, verderbenbringendes Geschöpf, anderseits als Kinderfreundin, dankbare Hausgenossin, Beschützerin der Menschheit und freigebige Schatzhüterin in zahlreichen Märchen und Sagen auftritt.

Den Morgenländern erscheint die Schlange vorzugeweise als Unheil anrichtendes, den Griechen und Römern hingegen als heilbringendes, Schutz gewährendes Tier; bei den Deutschen zeigt sie sich abwechselnd als Trägerin aller guten und bösen Eigenschaften. Sie benagt die Wurzeln der Weltesche Yggdrasil und beschleunigt den Weltuntergang, verleiht aber auch ihren Lieblingen unter den Menschen die Gabe, die Sprache der Tiere zu verstehen, macht sie unverwundbar, wirft sich als Verteidigerin der Unschuld auf, liefert unfehlbare Heilmittel und teilt reiche Goldschätze aus. Das schwedische Volk schreibt die Heilkraft gewisser Quellen den weißen Schlangen zu, die sich darin aufhalten.

Die Schlange führt im Altindischen zahlreiche Namen, wie Zweizunge, Fadenzunge, Langrücken, die auf der Brust Gehende, Tier ohne Ohren, Froschfresser usw.

Als Buddha nach zahlreichen Verwandlungen ein Heiliger geworden war, erklärte ihm der Schlangenkönig Mukalimla, indem er sich siebenmal um ihn wand und ihm seine große Kopfbedeckung aufsetzte, daß ihm von nun an weder Kälte noch Hitze, weder Mücken noch sonstige Tiere, weder Sturm noch Sonnenschein etwas anhaben könnten. Infolgedessen empfahl er später den Priestern, mit den Schlangen Freundschaft zu pflegen, damit sie nicht von ihnen gestochen oder getötet würden. Auch lehrte er sie ein Zauberlied, das sie singen sollten, wenn sie einer Schlange begegneten.

Nach einer indischen Erzählung ist es den Schlangen unter Umständen erlaubt, Frösche zu verspeisen.

In einem alten Garten lebte eine Schlange namens Mandavisarga, d. h. die sich langsam Bewegende. Vor hohem Alter war sie nicht einmal mehr imstande, sich ihre Nahrung zu suchen und lag dahingestreckt am Ufer eines Teiches ..." 

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einbandecken gering abgenutzt - Deckel mit kleiner Kerbe im unteren Rand - oberer Seitenschnitt teils leicht fleckig