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August der Starke

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"Meiner 1922 in Dresden im Verlage der Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung erschienenen Schrift ,,August der Starke im Urteil seiner Zeit und der Nachwelt'' lasse ich jetzt eine eigene Würdigung dieses Wettiners folgen. Sie war zunächst für die von Eduard Heyck herausgegebenen Monographien zur Weltgeschichte bestimmt. Da der Verlag Velhagen & Klasing eine Kürzung des Manuskripts um mehr als ein Drittel verlangte und ich darauf nicht eingehen zu können meinte, annullierten wir unsern Vertrag. Ob meine Vorarbeiten für die Illustrierung nun ganz vergeblich gewesen sind oder ob sie noch für ein anderes Werk über Kursachsen im Zeitalter Augusts des Starken Verwendung werden finden können, steht dahin.

Daß die Sachsen in jener Epoche kulturelle Höchstleistungen aufzuweisen hatten, ist gewiß. Politisch waren sie minder erfolgreich. Aus dem Wettstreit der Hohenzollern und der Wettiner um die Vorherrschaft östlich der Elbe gingen jene siegreich hervor. Brandenburg-Preußen überholte Kursachsen. Die Gründe hierfür aufzudecken ist ebenso Pflicht des Biographen Augusts des Starken, wie seine Verdienste um den kulturellen Aufschwung seiner Länder gerecht zu würdigen.

Cornelius Gurlitts zweibändiges Werk lenkt die Augen der Leser nur auf letzteren. Es will der sächsischen Heimatliebe ein Idol schaffen. Es ist kein Produkt eines wissenschaftlich strengen, keine Mühe scheuenden, alles Subjektive möglichst zurückdrängenden Erkenntnisstrebens. Archivalische Studien hat der Verfasser nur in ganz geringem Umfang gemacht. In den Entwicklungsgang seines Helden ist er nicht eingedrungen. Seine politischen Werturteile sind meist verfehlt.

Ich habe, von Max Lenz dazu angeregt, 1898 die Akten im sächsischen Hauptstaatsarchiv durchzusehen begonnen; was auf den folgenden Blättern steht, kann durch beste Quellen belegt werden. Sie Satz für Satz anzuführen verbot sich von selbst. Ein Anschwellen des für weitere Kreise bestimmten Buches mußte vermieden werden. Hoffentlich kann ich in einem zweiten, das strenger den wissenschaftlichen Charakter wahrt, zeigen, daß ich nicht auf Flugsand baute wie so viele, die über August den Starken schrieben, ohne ihn wirklich zu kennen.

Alle guten Freunde hier aufzuzählen, die zur Fertigstellung meines Werkes in Archiven, Bibliotheken und sonst hilfreiche Hand boten, geht nicht an. Mein herzlicher Dank ist ihnen sicher. Daß so viele Sachsen unter ihnen sind, freut mich, den deutschfühlenden Preußen, ganz besonders.

Vor einem halben Jahrhundert meinte Johann Gustav Droysen: eine der dankenswertesten Arbeiten, die unternommen werden könnte, wäre eine Geschichte Augusts II. von Polen. Friedrich Meinecke äußerte 1921 zu mir: wer interessiert sich heute noch für August den Starken? Ich hoffe, daß mein Buch seinen Skeptizismus Lügen straft, daß es der Rankeschen Forderung, jedem Stoffe gegenüber so objektiv wie möglich zu sein, ausreichend genügt und daß es dem Namen derer Ehre macht, die sein Fortschreiten mit regstem Interesse verfolgten und es nun nicht mehr lesen können: meiner vor kurzem heimgegangenen Eltern."

  • Jugend und Umwelt
  • Aufstieg und Absturz
  • Neue Kämpfe. Welt und Werk. Ausgang
  • Personenverzeichnis 

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband teils etwas verschmutzt - Seiten überwiegend sauber und ordentlich - Stempel auf dem Titel