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Lexikon deutscher Fluß- & Ortsnamen alteuropäischer Herkunft

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"Daß viele Fluß- und Ortsnamen die ältesten Zeugnisse menschlicher Sprache darstellen, hat schon vor 300 Jahren der geniale Philosoph Wilhelm Leibnitz erkannt und deshalb ihre wissenschaftliche Erforschung gefordert, weil er sich wertvolle Aufschlüsse für die Erkenntnis der Vorzeit erhoffte. In den letzten Jahrzehnten ist es der Forschung zwar gelungen, die mannigfache Bildungsweise der Flußnamen aufzudecken und die Mehrzahl als alteuropäisch zu erweisen, aber mit der Ermittlung ihrer Bedeutung hapert es noch allenthalben, weil sie aus dem Wortschatz der europäischen Einzelsprachen oft nicht deutbar sind. Denn ihr Ursprung liegt weit vor der Zeit, aus der noch schriftliche Kunde zu uns dringt, — ihr Alter zählt somit nach Jahrtausenden!

Hinzu kommt, daß nicht wenige Namenwörter im Laufe der Zeit verloren gegangen sind, teils weil sich das Landschaftsbild gewandelt, teils weil die Bevölkerung gewechselt hat und so die Namenwörter außer Gebrauch gekommen sind. Der Allgemeinheit sind diese Namen noch immer ein Buch mit sieben Siegeln.

Es gibt aber einen Weg, über den Wortschatz der Wörterbücher hinaus vorzudringen, wenn diese versagen: die morphologischen Parallelen und den topographischen Befund. Und da zeigt es sich, daß sowohl alteuropäisches als auch germanisches Wortgut nicht selten verloren gegangen ist: Apellativa für Wasser, Quelle, Bach, See, Sumpf, Schilf, Moor, Schlamm, Schmutz, die allzuleicht mit klangähnlichen Wörtern der Wörterbücher verwechselt werden.

Als Musterbeispiel sei hier nur auf das Namenwort had im Landschaftsnamen Hadelrz (urkdl. Hadu-lohun) verwiesen, wo man immer wieder das ahd. hadu ,,Kampf" (im Personen-Namen Hadubrand) gesucht und sich eine Gegend voller Kämpfe ausgemalt hat, bis ich auf morphologischem Wege die Unmöglichkeit solcher Deutung nachwies und den wahren Sinn, nämlich ,,moorige Gehölzlandschaft", zur Gewißheit machte, in Übereinstimmung mit Parallelen wie Hadenvenn, Hadenbeck, Hade-mere, Hade-burn, Hade on Otmoor, Marsh Haddon usw.; auch die norwegische Landschaft Hadaland ist die beste Bestätigung. Wie bei einer Kettenreaktion schließt sich dann auch Hedemünden (Hadumenni als alter Bachname!) an, den man für einen Namen von ,,mythologischem Klang" hielt! ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren