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Über Traditionen sächsischer Landesgeschichte

  • Verlag: Akademie, Berlin
  • Autor:
  • Erstausgabe 1983
  • 44 Seiten Text und 31 Bildtafeln
  • Bindung / Material: Kartoniert
  • Sprache: de
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Sitzungsberichte der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Philologisch-historische Klasse, Band 123, Heft 4

aus dem Manuskript gedruckt

"In den letzten Jahren hat sich das gesellschaftliche Interesse an regionaler Geschichte merklich belebt. Burgen und Schlösser, historische Altstädte und Dorfmuseen, Bauwerke und technische Denkmale erfreuen sich einer ständig steigenden Besucherzahl von jung und alt. Heimatgeschichten, Städtemonographien, Darstellungen zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung, Betriebsgeschichten und Biographien sind meist so stark gefragt, daß sich die Druckauflagen fast immer als zu gering erweisen. Und selbst der ironische Sachsen-Song eines pfiffigen Kabarettisten, der mit Rekordgeschwindigkeit zum Schlager wurde, kann als Ausdruck dafür gelten. Zum Thema „Preußen"" beinahe leidenschaftlich geführte Diskussionen haben auch territorialgeschichtliche Probleme, speziell der deutschen Landesgeschichten, wieder aktuell werden lassen. Wenn wir „alle progressiven Traditionen — in ihrer ganzen Breite und Differenziertheit — der gesamten deutschen Geschichte als uns gehörig" betrachten, „dann gehört dazu auch die Fähigkeit, Kompliziertheit, widerspruchsvolle Erscheinungen und Persönlichkeiten der Geschichte gründlich, allseitig zu analysieren und zu schildern — objektiv, nach den Maßstäben ihrer Zeit, frei von jeder Beschönigung, aber auch von jeder Einseitigkeit. Die Debatte über Preußen ist dafür exemplarisch." Gegenwärtig werden Probleme des Erbes und der Tradition im Geschichtsbild und der historischen Forschung der DDR lebhaft diskutiert und dazu unterschiedliche Auffassungen geäußert. Selbstverständlich vermag sich kein Volk und keine Nation das geschichtliche Erbe auszusuchen. Auch historische Traditionen leben auf sehr differenzierte Art und Weise fort. Sie lassen sich nicht nur auf die Pflege derjenigen beschränken, die revolutionären, fortschrittlichen oder humanistischen Charakter besitzen. Traditionen sind nicht in jedem Fall klassengebunden, Klassencharakter besitzt die Traditionspflege. „Was wir zu Erbe und Tradition rechnen, ist selbst historisch geworden und veränderlich." Dies beweist die deutsche Geschichte an vielen Beispielen, speziell auch die Geschichte der deutschen Länder. Gerade sie zeigt eindrucksvoll, wie eng mitunter revolutionäre, fortschrittliche, konservative und reaktionäre Traditionen miteinander verklammert waren. Deshalb dürfte es notwendig sein, die Dialektik in Erbe und Traditionen zu erforschen und zu veranschaulichen ..."

Erhaltungszustand

guter bis sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Papier teils etwas vergilbt