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Vor Jahrtausenden im Mansfelder Land

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Herausgegeben von den Museen der Lutherstadt Eisleben
Druck: Druckerei Möbius, Artern

"Unser Mansfelder Land

Steilragende Giebel, Türme, hohe Häuser mit schmalen, kleinen Fenstern umrahmen den Marktplatz der Lutherstadt Eisleben. Sie erwecken in uns den Eindruck einer alten, ehrwürdigen Stadt. Welch reiche historische Vergangenheit eröffnet sich hier! Das betrifft auch die umliegende Landschaft des Ostharzvorlandes, das Mansfelder Land, dessen wirtschaftliche Metropole Eisleben darstellt (Abb. 1).

Die Bezeichnung Mansfelder Land beschreibt sowohl eine geologische Erscheinung, die in der Wissenschaft als Mansfelder Mulde bekannt ist, als auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl seiner Bewohner auf Grund einer langen gemeinsamen historischen Vergangenheit. Schon im 10. Jahrhundert wird der Ort "Mannesfeld" genannt, über dem wohl im späten 10. oder im 11. Jahrhundert eine Burg als Stammsitz der Grafen von Mansfeld errichtet wurde. Nachdem Graf Hoyer als kaiserlicher Feldherr im Jahre 1115 die Schlacht am Welfesholze gegen die Sachsen verloren hatte, mußten die Mansfelder die Lehnsherrschaft des Bischofs von Halberstadt und des Erzbischofs von Magdeburg anerkennen.

Die Geschichte der Grafschaft Mansfeld und ihrer Menschen ist eng mit dem Bergbau verbunden ...

Aber in noch viel ältere Zeiten reichen die Gemeinsamkeiten des Mansfelder Landes zurück. Wir meinen damit jene Jahrtausende weit zurückliegenden Perioden menschlicher Geschichte, aus denen uns keine oder, wie bei den Thüringern des 5./6. Jahrhunderts, nur spärliche schriftliche Nachrichten vorliegen. Die ehrenamtlichen staatlichen Bodendenkmalpfleger haben die Geschichtsquellen in Form von Scherben, Gefäßen, Werkzeugen, Siedlungen, Gräberfeldern und Verwahrfunden in mühseliger, aufopferungsvoller Arbeit gerettet, dokumentiert und damit bewiesen, daß die ersten Menschen hier in unserer Heimat vor mindestens 250 000 Jahren gelebt haben, daß die Besiedlung während der Jungsteinzeit vor 4000-6000 Jahren schon recht intensiv war und vor 4000 Jahren die schnurkeramischen Töpfer ihre Gefäße im "Mansfelder Stil" verzierten, daß während der frühen Bronzezeit vor 3600 Jahren bei Hehnsdorf /Augsdorf ein großer Häuptling der Aunjetitzer Kultur seinen Sitz hatte, daß vor 3000 Jahren hier eine zahlreiche, selbstbewußte Kultur, die von den Archäologen den Namen "Helmsdorfer Gruppe" erhielt, gelebt hat und schließlich von Eindringlingen in verlustreichen Kämpfen vor 2600 Jahren vernichtet worden ist, daß ein Königssitz der Thüringer des 5./6. Jahrhunderts bei Großörner gelegen hat, daß im 8. Jahrhundert Volksburgen entstanden und die fränkischen Könige ebenso wie Kaiser Karl der Große Burgen als Verwaltungsmittelpunkte errichten ließen. Das Mansfelder Land hat einen guten Klang in der internationalen archäologischen Forschung, es ist durch seine wichtigen archäologischen Funde berühmt geworden. Immer wieder mußten und müssen hier Ausgrabungen vorgenommen werden. Bisher wurden im Mansfelder Land etwa 800 Fundplätze entdeckt, von denen manche bis zu fünf verschiedene Kulturen enthalten.

Die archäologisch-historische Forschung wurde zunächst getragen vom Eislebener Geschichtsverein. Dabei ist Professor Hermann Größler (1840-1910) besonders zu erwähnen. Er hat die Grundlagen für eine exakte wissenschaftliche Erforschung der Ur- und Frühgeschichte unserer Heimat gelegt. Danach richtete Carl Rühlemann das Museum Eisleben ein und betreute die ur- und frühgeschichtliche Sammlung. Mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurde die Bodendenkmalpflege als staatliche Einrichtung im Auftrage des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen unter Anleitung durch das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle aufgebaut. Als erster Kreispfleger für den Kreis Eisleben hat sich Paul Ulrich, Wimmelburg, große Verdienste erworben. Seit über 20 Jahren leitet Otto Marschall, Eisleben, die Bodendenkmalpflege im Kreis Eisleben, Werner Koch die des Kreises Hettstedt.

In jedem Jahr gibt es neue Überraschungen ... "

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Rückseite oben leicht eselsohrig