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Die vorgeschichtliche Besiedlung des Kreises Groß-Gerau

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  • Verlag: Selbstverlag
  • Autor:
  • Erstausgabe 2007
  • ca. 485 Seiten, davon 234 Bildtafeln + 8 lose Karten
  • Bindung / Material: Leinen
  • Sprache: de

Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Archäologie und Paläontologie
Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen
herausgegeben von Egon Schallmayer
Band 25

ca. A4
Selbstverlag des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden

"Der Kreis Groß-Gerau liegt in Südhessen im Kontaktgebiet zwischen Rheinhessen und Untermainebene, einer Landschaft, geprägt durch die großen Wasserstraßen Rhein und Main sowie den heute teilweise im Gelände noch gut sichtbaren Verlauf des Altneckars und der Altmainschlingen.

Die prähistorische Besiedlungsgeschichte dieser alluvialen Flusslandschaft ist bis heute nicht zusammenhängend untersucht worden.

Einen kurzen, allgemein formulierten Abriss der prähistorischen Entwicklung im Kreis Groß-Gerau von der Urzeit bis zur fränkischen Landnahme mit der Nennung einiger periodenspezifischer Funde und Fundorte verfasste W. Jorns 1958 in dem Aufsatz ,,Ur- und Frühgeschichte des Gerauer Landes“ im Rahmen einer Kreisheimatgeschichte.

In der Folgezeit sind die Funde im Kreis Groß-Gerau innerhalb periodenbezogener Arbeiten behandelt und im größeren regionalen Rahmen vor allem unter chronologischen Aspekten bearbeitet worden. Der Ansatz einer diachronen Betrachtung der Zeiten wurde bisher nur für das Neolithikum und die frühe Bronzezeitz im Rahmen räumlich übergreifender Arbeiten unternommen. Der Kreis Groß-Gerau war Bestandteil der 1971 von B. Sielmann vorgelegten Studie über den ,,Einfluß der Umwelt auf die neolithische Besiedlung Südwestdeutschlands unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse am nördlichen Oberrhein". Neben den Böden sah er vor allem in den klimatischen Bedingungen die Unterscheidungskriterien zur Festlegung charakteristischer Siedelräume begründet. In einem kurzen Artikel stellte H. Menke 1973 ,,Zwei Karten zum Neolithikum und zur frühen Bronzezeit im Rhein-Main-Gebiet" vor, in dem sie eine Zäsur zwischen Jung- und Endneolithikum in der Bevorzugung bestimmter Bodentypen herausarbeiten konnte.

Die vorliegende Studie soll neben dem beschreibenden Inventar der vorgeschichtlichen Funde des Kreises Groß-Gerau (Katalog) unter Berücksichtigung der naturräumlichen Gegebenheiten vor allem eine Auseinandersetzung mit ihrer chronologischen und regionalen Verteilung beinhalten, so dass ein eigenständiges Bild des vorgeschichtlichen Siedlungsablaufs erkannt werden kann.

Um die spezifischen Eigenheiten der ausgewählten Region bewerten und einordnen zu können, ist neben der Kenntnis über das Zustandekommen des Fundbilds (Forschungsgeschichte und Quellen) zuerst die räumliche Einbindung des Fundstoffs in den Kontext der prähistorischen Kulturen der Nachbarregionen notwendig. Aussagen zur siedlungsarchäologischen Entwicklung ermöglicht erst die Kenntnis der Umweltbedingungen jedes einzelnen Fundplatzes, was die Aufnahme der geographischen und bodenkundlichen Gegebenheiten voraussetzt. Die Untersuchung der Umweltparameter ist ein innerhalb der Archäologie mittlerweile gängiges Verfahren siedlungsarchäologischer Fragestellungen. Die sich daraus ergebenden Unterschiede innerhalb der Zeiten und im Periodenvergleich können, auf ihren statistischen Aussagewert hin überprüft, ein Modell für die siedlungsgeschichtliche Entwicklung für einen Kleinraum wie den Kreis Groß-Gerau entstehen lassen. Die Kartierung der Fundstellen im Raum, vor allem in Bezug auf das im Kreis Groß-Gerau die Landschaft bestimmende Gewässernetz", macht die charakteristische Verteilung der einzelnen Zeitstufen deutlich und lässt unter Um- ständen periodenspezifische Siedelmuster erkennen.

Ob die erarbeiteten Kriterien regional einmalig oder von übergeordneter Bedeutung sind bzw. ob sich die Siedelmuster in einen allgemeinen Entwicklungskontext einordnen lassen, sollen punktuelle Vergleiche mit anderen siedlungsarchäologisch diachron aufgearbeiteten Regionen in der näheren Umgebung wie der nördlichen Wetterauj, dem osthessischen Gebiet6, dem Amöneburger Becken und in Süd- und Südwestdeutschland zeigen ..."

Erhaltungszustand

guter bis sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband teils leicht verschmutzt - untere Ecke des Deckels leicht gestaucht - Kartenhalterung defekt