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Die Reise des Arabers Ibn Batuta durch Indien und China

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Bibliothek denkwürdiger Reisen
Erzählungen über berühmte Reisen aus der Feder von Teilnehmern
herausgegeben von Dr. Ernst Schultze u. a.
5. Band

Die Reise des Arabers Ibn Batūta durch Indien und China
(14. Jahrhundert)
bearbeitet von Dr. Hans von Mžik

Auflage nur 2000 Ex.
1. Auflage

Biografie des

"Ibn Battuta (Batuta, Batūta), Abu Abdallah Mohammad

der bedeutendste arabische Weltreisende, geb. Tanger 24. Februar 1304, gest. Fes 1377. Seine erste große Reise, die 24 Jahre dauerte (1325-1349), entwickelte sich aus einer Pilgerfahrt nach Mekka. Von Tanger aus durchzog er Nordafrika bis Alexandria und Kairo, kam nilaufwärts bis Assuan und dann zum Roten Meer. Da kriegerische Wirren die Überfahrt nach Arabien verhinderten, kehrte er nach Unterägypten zurück und gelangte dann über Palästina nach Medina und Mekka. Nach einer Reise durch Nordarabien nach Basra und Persien kehrte er über Mossul und Diyarbakir ein zweites Mal nach Mekka zurück, wo er 1328-1330 blieb. Dann wandte sich Ibn Battuta nach Süden und gelangte über den Jemen nach Ostafrika bis Kilwa. Danach weilte er wieder in Nordostarabien und ein drittes Mal in Mekka. Über Ägypten, Syrien und Kleinasien erreichte er anschließend die Krim, zog weiter nach Astrachan und auf dem Eis der Wolga nach dem Mongolensitz Sarai (unterhalb des heutigen Wolgograd). Nach einem Abstecher nach Konstantinopel kehrte er nach Sarai zurück und fuhr wolgaaufwärts bis Bulgar (unterhalb der Mündung der Kama). Den Plan, von hier aus bis in das schon von arabischen Händlern besuchte Pelzgebiet hoch im Norden an der Petschora vorzudringen, führte Ibn Battuta nicht durch. Über die untere Wolga zog er nördlich des Kaspischen Meeres entlang nach Chiwa, Fergana und Buchara, weiter über Chorassan und Afghanistan in das damals unter moslimischer Herrschaft stehende Indien. Von 1333 an hielt sich Ibn Battuta mehrere Jahre als Kadi in Delhi auf. 1342 wurde er als Gesandter des Sultans von Delhi nach China entsandt und segelte vom Golf von Kambay über Goa, Malabar nach Kalikut (Kozhikode). Nach einem Schiffbruch und Kreuz- und Querfahrten war er eineinhalb Jahre Kadi auf den Malediven. In Ceylon bestieg er danach den 2524m hohen Adamspik. Nach erneutem Aufenthalt an der Malabarküste, in Madura, Kaulem und wieder in Kalikut und auf den Malediven segelte er nach Bengalen, unternahm einen Abstecher zu den Khasibergen und schiffte sich dann nach China ein, das er über Sumatra erreichte. In China war er in Zaitun (Tjüantschou), der alten Seidenstadt, dann in Kanton, wieder in Zaitun, danach in Hangtschou und Peking. Über Zaitun, Sumatra und Kalikut kam er 1347 nach Zhofar im nordöstlichen Arabien; durch Persien, Mesopotamien, Syrien und Palästina reiste er darauf nach Ägypten, unternahm ein viertes Mal eine Pilgerfahrt nach Mekka und kehrte endlich über Ägypten und Sardinien nach Marokko zurück. Anfang November 1349 traf er in Fes ein. Nach einer kurzen Reise in die von den Arabern beherrschten Teile der Pyrenäenhalbinsel zog Ibn Battuta 1352 im Auftrag des Sultans von Marokko zum Sudan. Über Sigilmesa im Süden des Hohen Atlas reiste er durch die westliche Sahara nach Timbuktu, der damaligen Hauptstadt des Malireiches, und kam auch in andere Städte des Nigergebietes. Auch Ibn Battuta setzte noch den Niger dem Nil gleich. Anfang des Jahres 1354 traf er nach zweijähriger Abwesenheit wieder in Fes ein.

Diese weiten Reisen, die Ibn Battuta meist mit einem gewaltigen Troß, seinen zahlreichen Frauen und Kindern unternahm, dürften für die Zeit vor dem Aufkommen der modernen Verkehrsmittel einzigartig gewesen sein. Ibn Battuta hat wohl die dreifache Anzahl fremder Länder gesehen wie Marco Polo, der rund 50 Jahre vor ihm die damals bekannte Welt durchzog. Auf Wunsch des marokkanischen Sultans diktierte Ibn Battuta seinen umfangreichen Reisebericht dem hochgebildeten Schreiber Ibn Juzai, der ihn noch nachträglich bearbeitete. Wenn das Reisewerk Ibn Battutas auch an Zuverlässigkeit und Klarheit nicht das von Marco Polo erreicht, so steht es doch auf einer hohen Stufe und beweist die gute Beobachtungsgabe seines Verfassers. Das gilt z.B. für die Beschreibung des in Bengalen herrschenden Elends. Für die nichtislamische Welt, so besonders für China oder das Malireich, bringt Ibn Battuta allerdings recht wenig Verständnis auf.

Ibn Battutas Reisewerk wurde 1355 abgeschlossen und rief ähnlich viele Zweifel hervor wie zuvor die Berichte des Marco Polo. Tatsächlich enthält Ibn Battutas Reisewerk im Gegensatz zu dem Marco Polos auch viele wenig glaubhafte Fabeln, gibt aber sonst einen guten Einblick in die durchwanderten Länder und ihre wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse. In Europa ist es bis auf Bruchstücke erst im vorigen Jahrhundert bekannt geworden. Zuerst wurde das Werk unter dem Titel ,,Voyages d’Ibn Batouthah" (arabischer Text mit französischer Übersetzung) von Defrémery und Sanguinetti (4 Bde, 1853-1858; 3.Aufl. 1893) herausgegeben; ferner erschienen ,,Die Reisen des Arabers Ibn Battuta durch Indien und China, bearbeitet von H. von Mzik (1911) und ,,The travels of Ibn Battuta selected and translated by H. R. Gibb" (1929; Neudruck 1957). (aus Krämer: Die Entdeckung und Erforschung der Erde)

Erhaltungszustand

rekonstruiert (ursprünglich komplett aus Leder, wurde der Rücken durch Leinen ersetzt und Teile des Original-Leder-Rückens aufgesetzt) - Kopfgoldschnitt - noch guter Zustand, einige Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband teils farbverblichen - Einbandecken und -kanten gering abgenutzt - Einband teils mehr oder weniger beschabt - Rückseite oben 1 cm eingerissen - Rücken erneuert - Seiten überwiegend sauber und ordentlich - Seitenschnitt teils gering fleckig - beide Titelseiten mit einigen transparenten Reparaturstellen - kleine Nummer auf dem Titel - Kopfgoldschnitt teils etwas abgeblättert - beide Karten mit kleinem Eselsohr