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Maria Sybilla Merians "Neues Blumenbuch" (Nürnberg 1680)

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Faksimileausgabe nach dem Exemplar der Sächsischen Landesbibliothek zu Dresden
herausgegeben und mit Begleittext versehen von Helmut Deckert
2 Bände im illustrierten Schuber
je ca. 19 x 31 cm

"Es gibt in unseren Bibliotheken und Museen Schaustücke, denen ein Zauber innewohnt, dem, unabhängig von jedem Zeitgeschmack, jeder Besucher mehr oder weniger verfällt.

Wem wäre es nicht schon so gegangen, daß er von der überwältigenden Schönheit eines ausgestellten Stückes zutiefst berührt wurde, daß er in stiller Bewunderung durch das Glas der Vitrine Zwiesprache hielt mit dem sich ihm offenbarenden Zeugen einer vergangenen Zeit? Und wer hätte es dann nicht lebhaft bedauert, daß das Vitrinenglas kühl und distanzierend zwischen seiner erwachten Liebe und dem nur eine Seite seines Wesens preisgebenden Objekt seiner Bewunderung stand ?

Die moderne Reproduktionstechnik ermöglicht es, solche besonders reizvollen Werke uns zu eigenem Besitz und ständig möglicher Betrachtung in die Hand zu geben. Es mangelt ihnen zwar die Originalität, doch mindert sich dadurch nicht der ästhetische Genuß und die Freude der eigenen Bemühung.

Wenn es ein Werk verdient, aus der Distanz musealer Exklusivität in den Bereich persönlicher Aneignung und Erschließung erhoben zu werden, dann das vorliegende 'Neue Blumenbuch' der Maria Sibylla Merian aus dem Jahre 1680. Von seiner ausgewogenen Farben- und Formensprache vollendet schöner Kreatürlichkeit der Blumen und Schmetterlinge, der Vögel und Käfer geht eine heilende und froh machende Wirkung aus, um derentwillen allein schon die Wiedergabe der sechsunddreißig Farbtafeln des Blumenbuches gerechtfertigt wäre.

Eines der schönsten Stücke des sehr selten gewordenen Buches ist das hier zugrunde gelegte Exemplar der Sächsischen Landesbibliothek zu Dresden, dessen duftig zarte, atmosphärisch durchlichtete und geschmackvolle Kolorierung die Hand der Meisterin selbst erkennen läßt.

Mag auch die Kunst der Blumenmalerei im Zeitalter der Farbphotographie nicht mehr die Rolle spielen wie einst, so greift doch auch heute eine anspruchsvolle Buchkunst immer wieder gern zu originalgraphischen Wiedergaben, wie es etwa das Blumenbuch Rudolf Kochs oder die Alpenflora von Josef Weisz demonstriert. Dennoch erreichen wir bei allem Höchststand moderner Reproduktionstechnik nicht das Faszinierende der Blumenbücher und botanischen Prachtwerke früherer Jahrhunderte. Was diesen drucktechnisch abgehen mag, ersetzen sie durch die originalgraphische Leistung und die eigene künstlerische Kolorierung, die dann - wenn es sich nicht um eine Schüler- oder Lohnarbeit handelt - den genialen künstlerischen Duktus verraten, der dem Werk die persönliche, originale Note gibt und das Erlebnis des Mitempfindens beim Besucher auslöst.

Ganz besonders trifft dies auf das Werk Maria Sibylla Merians (1647 bis 1717) zu. Kaum jemals wieder hat eine Blumenmalerin eine so weitgehende und durch die Jahrhunderte anhaltende Beliebtheit und Bewunderung erlangt wie sie ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Schuber geringfügig verschmutzt - Bücher selbst sauber und ordentlich