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Gottfried Heinrich Krohne und die Baukunst in Thüringen

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Gottfried Heinrich Krohne und die Baukunst des 18. Jahrhunderts in Thüringen

ca. 24 x 32 cm

"Der Sachse Gottfried Heinrich Krohne gehört mit Johann Michael Küchel aus Bamberg, der ihm besonders nahesteht, und dem in den Rheinlanden tätigen Franken Johannes Seitz zu der Gruppe barocker Meister, deren besonderes Talent noch auf das Dekorative, oft im wildesten Rokoko, gerichtet war. — Darin hat er vorzüglich brilliert und es als Richtschnur für sein Leben genommen, so daß er auch in der barocken Architektur selbst zu ungewöhnlichen Lösungen und Plänen gekommen ist.

Vor mehr als einem halben Saeculum ist Krohne — bis dahin vollkommen vergessen — bei meinen Vorarbeiten zur Lebensgeschichte Friedrich Joachim Stengels — aus den Akten erst neu emporgestiegen und immer wieder mit dem Wachsen der Erkenntnisse und Ausarbeitungen zur Geschichte des rheinisch-fränkischen Barocks in mein Blickfeld getreten.

Ist er doch ein Künstler, der wie etwa Christian Kretzschmar , auch als Sachse, wirkungsvoll den Osten mit dem Westen verbindet, um dadurch noch einen ganz besonderen Reiz auf uns auszuüben. Noch nicht ganz geklärte Zusammenhänge bestehen dazu — auch immer wieder lose fühlbar — zwischen ihm und einem der Hauptmeister des deutschen Barocks an Rhein und Main, fränkischer Herkunft, mit Maximilian von Welsch , dessen unmittelbare Schüler Küchel und Stengel sind. Gerade mit letzterem erweisen sich oft nähere künstlerische Berührungspunkte. Verbindungen tun sich auf zwischen ihm und Balthasar Neumann, dem großen Meister von Würzburg, die beim Bau von Vierzehnheiligen wenn auch nicht gerade in angenehmer Art, ja schließlich sogar in offener Gegnerschaft zum Ausdruck kommen. Immer wieder aber wenden sich Wesensart und Tätigkeit des mitteldeutschen Meisters Gipfeln deutscher Kunst, insbesondere dem rheinisch-fränkischen Barock zu, wenn auch bei Krohne zwei so große Kunstzentren wie Dresden und Wien stets den eigentlichen Hintergrund bilden. Zwischen Osten und Westen ist eben nun einmal sein Arbeitsfeld vornehmlich Thüringen, dessen führender barocker Meister er gerade, allen voran, geworden ist, — Thüringen, das doch eine Art von Brücke und Übergang zwischen diesen Himmelsrichtungen darstellt, eine Brücke und Übergang wie alles im Leben!

Deshalb hat mich denn Krohne, nachdem er einmal wiedergefunden war, nicht mehr losgelassen und stets wieder anregend beschäftigt. Immer wieder habe ich, von frühesten Zeiten an, als es fast noch ein Wagnis war, sich mit einem so verhaßten Stil wie dem 18. Jahrhundert zu beschäftigen, eine besondere Untersuchung über ihn angeregt. Und nun erfreut sie mich in meinem hohen Alter und in besonders glücklicher Weise dazu, um über einen Verfasser zu Stande gekommen zu sein, der mit aller Liebe und jedem Verständnis sich dieses dankbaren Stoffes bemächtigt hat. So ist er denn auf so manches Neue gestoßen und hat dabei ein unwahrscheinlich großes Bildmaterial an Originalplänen des Meisters wieder zum Vorschein gebracht. Er hat es aber auch verstanden, all das trefflich genug vor uns auszubreiten und so ist seine Arbeit ein ganz erheblicher Beitrag zur Geschichte des Barocks überhaupt geworden in sorgsamem und wohlgeordnetem Zusammenklang voll der neuen Erkenntnis, wie er gerade zum 200jährigen Todestag von Krohne nun vor uns liegt.

Heute aber ragen noch — wie zum Schutze — als förmliche Wahrzeichen über die thüringischen Lande des Meisters geschmeidig-eigenartige, aber doch elegante Turmbekrönungen auf, die so über Weimar und Rudolstadt mit ihren Schloßtürmen wachen. Daß es aber vielfach bekannte Goethe-Stätten sind, die Krohne mit schuf und auszierte, erfüllt das alles zusätzlich noch mit Wohlbehagen und einer verhaltenen Heiterkeit, die von ihnen ausströmt."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Schutzumschlag gering defekt und am Rücken etwas wasserfleckig