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Niedersächsisches Münzarchiv - IV. Band: 1602-1625

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Verhandlungen auf den Kreis- und Münzprobationstagen des Niedersächsischen Kreises 1551-1625
Größe ca. 24 x 31 cm

"... Von allen Bänden des Werkes erscheint mir der Inhalt dieses 4. Bandes am vielseitigsten und interessantesten. Er zeigt zunächst, wie die Reichsleitung völlig versagte, Ordnung im deutschen Münzwesen zu schaffen und es auf eine gesunde Basis zu stellen, nachdem der auf dem Reichstage zu Regensburg 1603 gemachte Versuch mißglückt und auf der Tagung von 1607 nicht wiederholt worden war und auch das persönliche Eingreifen des Kaisers i. J. 1616 keinen Erfolg gehabt hatte. Er zeigt dann ferner, wie der zu vielen Malen unternommene Anlauf des Niedersächsischen Kreises, durch gemeinsames Handeln mit dem Obersächsischen Kreise das Münzwesen zu reformieren, an dem Widerstande dieses Kreises noch jedesmal scheiterte, wie die Leitung des Kreises den Händen der ausschreibenden Fürsten, des Administrators des Erzstiftes Magdeburg zu Halle, Christian Wilhelm, und des Herzogs Friedrich Ulrich zu Braunschweig und Lüneburg zu Wolfenbüttel, allmählich entglitt, wie sie isoliert wurden und in Gegensatz zu den anderen Ständen kamen, besonders denen östlich der Elbe, die dann ihrerseits durch Vereinbarungen und Münzverträge, wie die von 1608/09, 1618 und 1622 ihre Interessen zu schützen suchten, durch diese Spaltung aber den Zusammenbruch nur beschleunigten.

Die zunächst langsam vor sich gehende Zerrüttung der gesamten Geld-und Volkswirtschaft, die der trefflich geleitete und aussichtsvolle, aber durch die Machenschaften der Kreisausschreibenden völlig unwirksam gebliebene Kreistag zu Braunschweig 1617 Septbr. 30 nicht aufzuhalten vermochte, setzte dann rapide ein und erreichte ihren Höhepunkt in den Jahren 1620-1622, die wir die Zeit der Kipper und Wipper nennen. Sie erinnert auf das Lebhafteste an die erst wenige Jahre hinter uns liegende Zeit der Inflation. Wie dieser durch eine entschlossene Tat ein Ende bereitet wurde, so brachte damals der seiner Zeit viel gepriesene Kreistag zu Lüneburg 1622 Juni 12 das Unwesen zum Stillstande. Seine Beschlüsse wären freilich noch wirksamer geworden, wenn nicht die abgesonderten und durch den Vertrag von Hamburg 1622 März 4 verbundenen Stände (Holstein, Mecklenburg und die Seestädte) abseits geblieben wären. Eine Überbrückung dieser Spaltung oder weitere, durch sie verursachte schädliche Folgen kamen indessen nicht zum Ausdruck, da der sich bald nach Niedersachsen hinziehende Krieg jede einheitliche Leitung der Kreisangelegenheiten verhinderte. Der Münzprobationstag zu Lüneburg von 1625 Mai 25 war die letzte Handlung des Kreises auf münzwirtschaftlichem Gebiete, die Tagungen hörten auf und wurden erst viele Jahrzehnte später, im Jahre 1681, wieder aufgenommen. Das Jahr 1625 bildet daher den natürlichen Abschluß dieses Werkes.

Im Einzelnen bietet der 4. Band wiederum eine Fülle von nicht bekannten Nachrichten in geldgeschichtlicher, münzrechtlicher und numismatischer Beziehung, nicht nur für die einzelnen Territorien und zahlreichen münzberechtigten Städte des Niedersächsischen Kreises, sondern auch für die Nachbarkreise, ja für das ganze Reich, so daß ich hoffen darf, die künftige münz- und geldkundliche Geschichtsschreibung auf jenen Gebieten werde aus der Gesamtheit der hier in meinem Werke zusammengetragenen Nachrichten den Nutzen ziehen, den ich mir davon versprach, als ich vor jetzt gerade 50 Jahren die ersten Münzakten des Niedersächsischen Kreisarchivs zur Hand nahm und der Plan des Werkes in mir reifte. So ist nun der Inhalt der Akten, die so lange im erzbischöflichen Archive in der Moritzburg zu Halle geruht haben, auch in Halle wieder lebendig geworden."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - vorletzte Seite unten mit größerem Eselsohr - Seitenschnitt teils etwas verschmutzt