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Architektur von Ludwig Hoffmann (1852-1932) in Berlin

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  • Verlag: Selbstverlag
  • Erstausgabe 1987
  • 135 Seiten mit vielen Bildern
  • Bindung / Material: Leinen mit Schutzumschlag
  • Sprache: de

herausgegeben von der Bauakademie der Deutschen Demokratischen Republik / Bauinformation, Berlin
Reprint einer Auswahl aus dem elfbändigen Gesamtwerk, aufbewahrt in der Zentralen Fachbibliothek des Bauwesens der Bauakademie der DDR
mit einem Geleitwort des Präsidenten der Bauakademie, Prof. Dr. Hans Fritsche und einer Einführung von Hans-Joachim Kadatz

"Die 750jährige Architekturgeschichte Berlins ist reich an progressiven Traditionen, verknüpft mit vielen Namen bedeutender Baumeister und Städteplaner, deren Werke und ideenmäßige Ausstrahlung, weit über die lokalen Grenzen hinausgehend, das vergangene historische und das gegenwärtige Antlitz der sozialistischen Metropole in charakteristischer Weise geformt haben. Der sich über drei Gesellschaftsordnungen erstreckende bauliche Entwicklungsprozeß hat tiefe Wurzeln in der Historie unseres Volkes und ist auf vielfältige Weise mit der Entwicklung Europas verknüpft ...

Mehr noch als in anderen Städten unseres Landes entstanden in Berlin unwiederbringlich hohe Verluste an hervorragender Architektursubstanz durch Dezimierung während der verschiedenen Phasen des Ausbaus zur Festungs-, Residenz-, Garnisons- und ehemaligen Reichshauptstadt, besonders aber durch die verheerenden Zerstörungen des zweiten Weltkrieges.

Erhaltung, Sicherung, schrittweise denkmalpflegerische Wiederherstellung, kontinuierliche Pflege und systematische Rekonstruktion kennzeichnen seit der Zerschlagung des Faschismus das beständige Bemühen der DDR, das erhaltenswerte kulturelle und humanistische Erbe, das oftmals vor dem Hintergrund großer revolutionärer weltgeschichtlicher Ereignisse entstand, gebührend zu würdigen. In die neuen Bebauungs- und Modernisierungskonzeptionen des hauptstädtischen Berliner Zentrums und aller Stadtbezirke sind erhaltens- und bewahrenswerte Altbauten unter Berücksichtigung von wertvollen stadtbaukünstlerischen Zusammenhängen und Zuerkennung einer lebendigen Nutzung in diesen dynamischen gestalterischen Prozeß einbezogen. Einen beachtlichen Anteil im heutigen Stadtbild Berlins nehmen die architektonischen Werke ein, die nach 1896 unter dem damaligen Magistratsarchitekten Ludwig Emil Hoffmann entstanden. Das sind überwiegend städtebaulich dominante kommunale Gesellschaftsbauten des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts, deren Entstehung in die gesellschaftspolitisch äußerst bewegte Zeit der vielschichtigen Klassenauseinandersetzungen zwischen preußischem Junkertum, konservativer und liberaler Bourgeoisie und der anwachsenden proletarischen Bewegung fiel. Ebenso wie andere erhaltene oder wiederhergestellte wertvolle Baudenkmäler gehören diese mit zu den strukturellen und gestalterischen Elementen unseres neuen Stadtbildes, das durch ein immer umfangreicheres modernes Baugeschehen eine dem gesellschaftlichen Inhalt des Sozialismus entsprechende Neuprägung erfährt.

In der 750jährigen Geschichte Berlins gibt es keine Epoche, in der so viel gebaut wurde wie in den vergangenen vier Jahrzehnten. Charakter, Profil und Erscheinungsbild der Hauptstadt der DDR, Berlin, bestimmen heute die durch das Wohnungsbauprogramm neu entstandenen und entstehenden oder rekonstruierten Wohngebiete mit den dazugehörigen Sozialeinrichtungen, Kultur- und Arbeitsstätten — bauliche Leistungen, von denen die deutsche Arbeiterklasse in der Wilhelminischen Ära und in der Weimarer Republik nur träumen oder erste, hart errungene sporadische Ansätze realisieren konnte ...

Eine Vielzahl repräsentativer städtischer Gebäude Berlins, die in den ersten drei Jahrzehnten unseres Jahrhunderts entstanden und bis heute in maßgeblicher Weise das städtebauliche Antlitz der Hauptstadt der DDR, Berlin, in Einheit mit vielen anderen historischen und Neubauten prägen, entstand unter dem Baumeister Ludwig Hoffmann (1852-1932).

Während seiner rastlosen 28jährigen Tätigkeit als Berliner Stadtbaurat in den Jahren 1896-1924 hat er wie kaum ein anderer sowohl in der Wilhelminischen Ära als auch in der Weimarer Republik die Architektur in der ehemaligen Reichshauptstadt entscheidend mitbestimmt.

Der namhafte zeitgenössische Architekturkritiker Fritz Stahl bezeichnete 1914 Hoffmanns Bauwerke im „Berliner Tageblatt" als "Geschmacksinseln im wilden Häusermeere". Sie hoben sich in ihrer architektonischen und städtebaulichen Qualität aus einer Masse aufgeblähter eklektizistischer Bauten heraus, die Berlin seit den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts auf den Wogen rücksichtslosester kapitalistischer Terrain- und Bauspekulationen zu überschwemmen begannen.

Selbst Adolf Behne, Mitbegründer des 1918 nach der Novemberrevolution gebildeten „Arbeitsrats für Kunst", einer der progressivsten linksstehenden Theoretiker des „Neuen Bauens" der zwanziger Jahre, charakterisierte Hoffmann 1932 in einem Nachruf in Carl v. Ossietzkys „Weltbühne" als herausragende Persönlichkeit, die „mehr in dieser Stadt gebaut hat als alle Schlüter, Eosander, Knobelsdorff, Gontard, Langhans und Schinkel zusammen", als einen Menschen, der es "als Chef eines riesigen Bau-Bureaus verstanden hat, ein sehr anständiges künstlerisches Niveau durch alle Jahre und in allen vier Himmelsrichtungen der Stadt zu wahren, Einheit und Qualität durchzuhalten" ..."

Erhaltungszustand

guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Exemplar aus aufgelöster Bibliothek mit Aufkleber auf dem Rücken des Schutzumschlages, Stempel im Vorsatz, auf dem Schmutztitel und dem Titel - aufgeklebter, unbenutzter Ausleihschein auf dem Schmutztitel - sonst sauber und ordentlich - Schutzumschlag gering defekt mit 4 geklebten Einrissen