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Kunstgeschichte der edlen Metalle

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der Autor war Direktor des Kunstgewerbemuseums Köln

"In der Geschichte der Edelmetalle, besonders beim Golde, sprechen vor allem die natürlichen Eigenschaften des Materials, Glanz, Kostbarkeit und Dehnbarkeit mit. Ihre glückliche Verbindung gestattete von vornherein das Edelmetall zur Umkleidung eines Kerns aus anderem Materiale zu verwenden. Dieser Scheindekor deutet gleichzeitig auf das Malerische als die vornehmste künstlerische Eigenschaft des Edelmetalles hin (malerisch als Auflösung der festen Umrisse durch Glanzlichter und Spiegelung).

In Zeiten, wo das Unplastische, Malerische überwiegt und die Malerei als Gattung gepflegt wurde, tritt die Goldschmiedekunst zu ihr in ein besonders inniges Verhältnis. Das Silber eignet sich daneben mehr zu plastischen und architektonischen Schöpfungen.

Da die Bearbeitung der Edelmetalle zu allen Zeiten gepflegt wurde, spiegelt sich in ihrer Geschichte die Entwicklung des künstlerischen Sehens der Menschen in unmittelbarem Zusammenhange wider. So konnte von den primitivsten Äußerungen künstlerischer Übung bis zu den vollendetsten Werken reifer Epochen die Entwicklung der künstlerischen Anschauung verfolgt werden. Von den einfachen symmetrischen Formen des Altertums, den individuell plastischen Bildungen der Antike geht der Weg zu der ornamentalen Flächenkunst und den architektonischen Bildungen des Mittelalters. Das Gold als Ausdruck des Überirdischen, Glänzenden wird hier vor allem von der religiösen Anschauung in reichstem Maße verwendet. Die plastische Auffassung der Renaissance- und Folgezeit führt in ihrer Darstellung der Zusammenhänge im Raume zu einer Bilddarstellung, die auch in der Goldschmiedekunst weitgehend zur Erscheinung kommt. Daneben ist es von Interesse zu verfolgen, wie in Zeiten von vorwiegend plastischer Tendenz wie in der Antike und im Empire das Silber als Material bevorzugt wurde. Die moderne Zeit schließlich und ihre impressionistische Auffassung hat den Lichtglanz des Materials und das Geflimmer des farbigen Ornaments mit besonderer Feinheit angestrebt. In der gesamten Entwicklung wird die Kunst der Edelmetalle in ihren besten Werken zur großen Kunst im eigentlichen Sinne des Wortes. Es sprechen bei ihr die gleichen Momente mit wie in der sogenannten großen Kunst. Wenn diese Anschauung bisher nicht durchdrang, so liegt dies an dem Umstande, daß man die erlernbare Technik allzusehr in den Vordergrund rückte und das formal Künstlerische vernachlässigte oder es mit der Technik identifizierte. Man kann jedoch das Kunstgewerbe von der großen Kunst nicht trennen. Im Grunde sind beide nur verschiedene Stufen der Entwicklung. Die primitiveren Formen der künstlerischen Betätigung leiten allmählich zur bildnerischen Kunst und zur Bildkunst über.

Die Goldschmiedekunst bietet hier für alle Zeiten und Künste Grundlage und Maßstab der künstlerischen Entwicklung. In primitiven Zeiten, wo es keine sogenannte große Kunst gab, bildet sie die eigentliche Kunst und in Zeiten höchsten künstlerischen Könnens gehen die großen Künstler von ihr aus. Sie greift in alle Gebiete hinein. Mit der Malerei und Plastik, selbst mit der Architektur steht sie im engsten Zusammenhang. Von ihr wird alles befruchtet und es sind wesentliche Momente für die übrigen Künste, wieweit sie mit dem Glanze des Goldes eine künstlerische Verbindung eingehen. Bei der zeitlich umfassenden Bedeutung der Geschichte des Edelmetalls ist es vielleicht nicht unwichtig, an die Betrachtung der Kunst überhaupt zunächst vom Edelmetall und seiner künstlerischen Verwendung auszugehen."

Erhaltungszustand

noch guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband verschmutzt - Nummer im Vorsatz - Stempel und Radiergummidünne Stelle auf dem Titel - Seiten sauber und ordentlich - Seiten teils leicht eselsohrig