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Auf den Inseln des ewigen Frühlings

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Reisen und Abenteuer
Band 27

"Lange ehe Deutschland Kolonien besaß, hatten deutsche, namentlich Hamburger Handelshäuser ihre Schiffe hinausgesandt nach der andern Seite unseres Erdballs, hatten dort die schwarz-weiß-rote Flagge gezeigt, sie zu Ehren gebracht. Ihre Faktoreien, ihre Pflanzungen wuchsen empor; Wildnis wurde in Kulturland gewandelt, deutsche Waren den Eingeborenen gebracht und von diesen hoch geschätzt. Kein Wunder, daß unser Ansehen bei den »Wilden«, ja die Liebe zu uns sich immer mehr ausbreitete. Ständig liefen die Schiffe dieser Firmen die verschiedenen Inseln im Großen Ozean an. Der Tauschhandel blühte.

Die Bewohner der Hawaii- oder Sandwichinseln hatten sich im Gegensatz zu den meisten übrigen Inselgruppen bisher noch frei, ohne Protektorat zu behaupten gewußt. In ihnen lebte noch die Erinnerung an ihren gewaltigen König Kamehameha I.; die Achtung vor diesem seine Zeitgenossen weit überragenden Mann bestand auch bei den Weißen jahrzehntelang fort.

Und doch merkten die Farbigen, daß sie allmählich unter den Einfluß der Eindringlinge kommen, von ihnen beiseite gedrängt, ja allmählich aus der Reihe der Völker ausgewischt würden, wenn sie nicht Anschluß suchten an ein weißes Volk, das schützend die Hand über sie hielt, ihre Interessen vertrat, ihnen Kultur brachte und das sie emporhob auf die Stufe, zu der natürliche Veranlagung sie befähigt hatte. Wohl wandten sich die Blicke vieler Hawaiier nach Deutschland, dessen Handels- und Kriegsschiffe von ihnen immer gern gesehen waren. Aber zu weit ab lag die Inselgruppe; mächtigere Nachbarn hatten auch schon ein Auge auf diese reichen Inseln des ewigen Frühlings geworfen und hatten deren großen Wert als Kohlenstation, als strategischen Stützpunkt erkannt.

Im Pazifik wuchs ein starkes Volk heran, die Japaner. Schon Ende des verflossenen Jahrhunderts begann die Rivalität zwischen Weiß und Gelb sich zu regen. Auch die Vereinigten Staaten erstarkten und wurden eine Weltmacht, und als sich die Gelegenheit bot, griffen sie mit schneller, fester Hand zu; sie fischten sich 1898 als erste Kolonie diese Smaragdkette aus dem Weltmeer und halten sie nun fest für alle Zeiten, als Brückenbastion im Stillen Ozean, als Bollwerk, das die Japaner erst nehmen müssen, wenn sie, dem Drang nach Osten folgend, mit Gewalt festen Fuß auf dem amerikanischen Kontinent fassen wollen.

Heute liegen uns die glücklichen Inseln ferner denn je. Nicht allzuviel Deutsche gibt es, die sich drüben länger aufgehalten haben. Um dieses Juwel den Lesern näherzubringen, will ich von der glücklichen Zeit erzählen, die ich im Winter 1902 auf 1903 dort verlebt habe. Ich will dabei auch etwas auf die außerordentlich wechselreiche Geschichte der Inseln eingehen, die vor mehr als hundert Jahren einen Staatsmann und Krieger hervorgebracht haben, der sich würdig den Größten der weißen Rasse an die Seite stellen kann."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren