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Corpus Nummorum Hungariae

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eingeleitet und übersetzt von Prof. Dr. Günther Probszt - Graz

Die Grundlage der deutschen Übersetzung bildete die 1899 von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest veröffentlichte Ausgabe

"UNGARN IM MITTELALTER

Der äussere Aspekt der ungarischen Münzen des Hoch- und Spätmittelalters ist mit wenigen Ausnahmen von dem der Nachbarstaaten so verschieden, dass man einen Einblick in die Geschichte dieser Zeit nehmen muss, um sich diese Unterschiede erklären zu können. Hier in Südosteuropa, wo der neue Völkername zur gleichen Zeit auftaucht als im Westen das fränkisch-römische Reich Karls des Grossen zerfällt und deutsche, französische und italienische Nachfolgestaaten sich bilden, prallen ja die verschiedenartigsten Kulturen auf einander, bedingt durch das Völkerkonglomerat, das sich hier im Laufe der Zeiten nach Abschluss der grossen und langen Wanderungen endlich fest niedergelassen hat. Dieser Zusammenprall prägt auch den ungarischen Münzen seinen ganz besonderen, höchst eingenartigen und reizvollen Charakter auf.

Im Herbst des Jahres 895 n. Chr. nahmen die Ungarn oder Magyaren, deren Namen bis dahin im Westen, ja sogar in Byzanz unbekannt gewesen war, das Erbe des Hunnenkönigs Attila und das der awarischen Chane in Besitz; hundert Jahre nach dem Zusammenbruch der awarischen Herrschaft in Pannonien lassen sie sich endgültig in ihrer neuen Heimat nieder. 'Die aus dem Donau-Theiss-Gebiet Jahr für Jahr nach Westen und Süden streifenden Reiterhorden verschaffen dem früher ‘nie gehörten‘ Namen bald einen furchtbaren Ruf.'

Seit dieser Zeit kennen wir die Geschichte Ungarns in nahezu lückenloser Folge; dagegen sind die Ereignisse der Frühzeit in ein fast nicht mehr zu lichtendes Dunkel gehüllt, Fest steht nur der finno-ugrische Ursprung der magyarischen Sprache und ihrer ogurtürkischen Beziehungen. Die Vorfahren der Ungarn sind daher unter den ural-altaischen Völkern zu suchen. "Dieses Urvolk hat Jahrtausende vor Christi Geburt in den waldigen Gebieten am Mittellauf der Wolga und an deren Nebenflüssen ... gelebt." Nach den Ergebnissen der Sprachwissenschaft war es das Volk der Magyi, der den "Magyaren", wie sie selbst sich nennen und schreiben, die Sprache und den Namen gab, das äusserste Glied des östlichen Zweiges der finno-ugrischen Familie gewesen. Es kannte sogar schon einen primitiven Tauschhandel; seine Kultur aber veredelte sich erst unter türkischem Einfluss, und zwar waren es die Oguren, der westliche Zweig der asiatischen Türken, die die Kultur ihrer Nachbarn geformt haben. Von ihnen ist dann der mit dem Namen "Magyar" gleichbedeutende Name "Hungar" herzuleiten als Andenken an die ogur-türkischen Ahnen des ungarischen Volkes. Durch diese Beziehungen zu den Oguren beginnt das geschichtliche Zeitalter des ungarischen Volkes und der ungarischen Nation mit dem 5. Jh. nach Chr. ..."

"Die archäologische Kommission der Ungarischen Akademie der Wissenschaften hat 1881 beschlossen, das Münzwesen Ungarns in einem zusammenfassenden grossen Werke — Corpus Nummorum Hungariae —, das das gesamte Material der ungarischen Münzprägungen wie auch des Geldverkehrs, sowohl vom beschreibenden und geschichtlichen als auch vom münzwissenschaftlichen Standpunkt aus behandelt, verfassen zu lassen ..."

enthält mit zahlreichen Abbildungen und Beschreibungen:

  1. Réthy: Die Münzen der Arpadenkönige
  2. L. Zimmermann: Nachtrag zu Teil I. Die Münzen der Arpadenkönige
  3. Réthy: Die Zeit der Könige aus verschiedenen Häusern

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband teils ganz leicht fleckig - Seiten sauber und ordentlich