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Stoffdruck / Der Kartoffelstempeldruck

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Eine praktische Anleitung

die Hefte erschienen 1977 und 1965

"Der Stoffdruck — das stellenweise Einfärben eines Gewebes, oder noch besser gesagt: eine örtliche ein- oder mehrfarbige Bemusterung eines Stoffes — ist eine sehr alte Schmucktechnik. Etwa um 450 v. u. Z. wurden in Persien, Indien, Ägypten und China Stoffe mit Pinseln und ähnlichen Verwirklichungsmitteln bemalt. Aus der Naturgeschichte („Naturalis historia") von Gaius Plinius d. Ä. kennen wir eine Beschreibung, die auf Stoffbemalung mittels Wachreservage schließen läßt. Vermutlich ist das Bemalen in reservierender Technologie häufiger angewendet worden als das der direkten Musterung. Grundsätzlich aber gilt das Bemalen von Stoffen als Vorläufer der rationelleren Drucktechnik.

Aber auch schon frühzeitig wurden Stoffe mit Stempelabdrücken geschmückt. Das beweisen Funde, die im trockenen Wüstensand Nordafrikas erhalten geblieben sind. Unter anderem ein Stück schwach rosarot gefärbtes Baumwollzeug, das ein schräg laufendes Liniennetz zeigt, in dessen Felder je ein kleines stilisiertes Blättchen eingedruckt ist. Es soll aus dem 6.-7. Jahrhundert u. Z. stammen und vermutlich aus dem Orient nach Byzanz eingeführt worden sein. Kleine runde Holzstempel, einer Garnrolle gleich, in deren Oberfläche das Muster reliefartig eingeschnitten ist, wurden in dieser Zeit zum Aufdrücken der Farbe auf den Stoff benutzt. Später wurden dann die Muster, gleich ob es sich um den Direkt- oder den Reservedruck handelte, mit Modeln aufgetragen. Es sind dies hölzerne Druckstöcke mit erhaben hervortretendem Muster. Diese Erfindung, mit Modeln Textilien zu bedrucken, vornehmlich im Direktdruckverfahren, soll von den Indern stammen und von dort durch Kaufleute mit nach Europa gebracht worden sein. Die ersten Druckmodeln in Europa entstanden um 800 —1000. Man druckte mit Farben, wie gemahlenen Ocker, Rötel oder Kienruß, die mit Öl angerieben wurden. Diese unlöslichen Farbstoffe hafteten auf der Gespinstfaser, drangen aber nicht in sie ein. Im 11. Jahrhundert beschäftigte man sich in den Klöstern am Niederrhein mit dem Handdruck ..."

Erhaltungszustand

guter bis sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren: Kartoffeldruck an Umschlag und Seiten teils etwas eselsohrig