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Numismatik zwischen Haushistoriographie und fürstlicher Sammellust

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dargestellt am Beispiel der Geschichte des Ehemaligen Königlichen Münzkabinetts zu Hannover und seiner Betreuer 1745-1945

Numismatische Studien, Heft 11

"Numismatik zwischen Haushistoriographie und fürstlicher Sammellust. Der Titel des Buches umreißt das Spannungsfeld in dem die Arbeit an dem ehemaligen Königlich Hannoverschen Münzkabinett stand. Die Sammlung befand sich in großer Nähe zum Hausgeschichtsschreiberamt der Welfen. Dieser Umstand bewahrte sie davor, eine Universalsammlung ohne klare Konturen zu werden und führte vielmehr zur Ausbildung einer in sich geschlossenen, aus geschichtswissenschaftlichen Strömungen der Zeit abzuleitenden Sammlungskonzeption. Es war durchaus beabsichtigt, den Glanz welfischer Herrschaft auf dem europäischen Kontinent und im Britischen Weltreich mit dem Münzkabinett breit angelegt zu dokumentieren. Wiederholt läßt sich zudem das unmittelbare persönliche Interesse einzelner welfischer Herrscher an ihrem Münzkabinett feststellen.

Die Sammlung, noch vor 1700 als Privatsammlung gegründet, blieb zunächst für drei Generationen im Besitz einer niedersächsischen Gelehrtenfamilie. Schon im 18. Jahrhundert gehörte sie zu den herausragendsten Sehenswürdigkeiten Hannovers und wird in einem Atemzug mit dem legendären Welfenschatz genannt. Nach dem Übergang großer Teile der Sammlung in den Besitz des Welfenhauses im Jahre 1745 bestand zeitweise eine Schicksalsgemeinschaft mit dem Evangeliar Heinrichs des Löwen. Öfters kreuzen sich ihre Wege. Im Laufe seiner wechselvollen, von Kriegen immer wieder beeinflußten Geschichte als fürstliche Sammlung verzehnfachte das Münzkabinett seinen Umfang. Diese Entwicklung wurde wiederholt von einer eigens für das Münzkabinett erlassenen Denkmalschutzgesetzgebung gefördert. Nach einer langen Odysee mit vorübergehenden Auslagerungen nach Stade, London, Wien, Gmunden am Traunsee, Blankenburg am Harz und Schloß Marienburg bei Hannover wechselte die Sammlung 1983 noch einmal ihren Eigentümer und kehrte wieder nach Hannover zurück. Ihren Charakter als bedeutendste Quellensammlung zur Erforschung der nordwestdeutschen Münzgeschichte und Medaillenkunde hat sie sich bis zur Gegenwart bewahrt.

Die vorliegende Untersuchung ist ein Beitrag zur Geschichte der Numismatik, einer der elementaren historischen Hilfswissenschaften, und trägt damit dem gewachsenen Interesse an wissenschaftsgeschichtlichen Fragestellungen Rechnung. Eine wichtige institutionelle Basis der Numismatik, und damit Träger der wesentlichen Forschungsarbeit, sind seit der frühen Neuzeit traditionell die Münzkabinette. Hier wurde als Beispiel die Entwicklung eines der bedeutenden fürstlichen Münzkabinette in Deutschland von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gewählt. Mit Blick auf Hannover verfolgt die Untersuchung über diese Zeit hinweg die Bemühungen von 14 neben- und hauptamtlichen Betreuern um die Numismatik. Zugleich werden Leben und Werk dieser Personen als geschlossene Einheit gewürdigt. Die bekannten Historiker und Numismatiker Georg Heinrich Pertz (1795-1876), Hermann Grote (1802-1895), Carl Ludwig Grotefend (1807-1874), Eduard Fiala (1855-1924) und Heinrich Buck (1866-1939) sind die wichtigsten Namen, die in diesem Zusammenhang Erwähnung finden müssen. Am Beispiel des ehemaligen Königlichen Münzkabinetts zu Hannover kann gezeigt werden, wie vielfältig und überraschend der Ertrag einer Aufarbeitung wissenschaftsgeschichtlicher Fragestellungen auch in der Numismatik sein kann."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Stempel im Vorsatz