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Handbuch der Musikinstrumentenkunde

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Kleine Handbücher der Musikgeschichte nach Gattungen
herausgegeben von H. Kretzschmar
Band XII

Fotomechanischer Nachdruck der Originalausgabe von 1930

behandelt die Musikinstrumente Europas in Mittelalter und Neuzeit nach Wesen, Bedeutung, Entwicklung und Nennung

z. B.:

"Klavizimbel

Wesen. Man versteht unter ,Klavizimbel' ein bundfreies Klavierinstrument mit ungleich langen Drahtsaiten, die durch Plektren angerissen werden; diese, meist Rabenfederkiele, stehen in hölzernen Docken frei über den hinteren Tastenenden ...
Ein solches Instrument bleibt zwar hinter dem Klavichord in der Ausdrucksfähigkeit des einzelnen Tons zurück, übertrifft es aber beträchtlich in der Tonstärke und später auch im orgelähnlichen Reichtum seiner Klangfarben, die sich auf das glücklichste mit dem Ton der Streich- und der Blasinstrumente mischen und das Klavizimbel zum unentbehrlichen Generalbaßinstrument machten.
Geschichtliches. Die Anfänge liegen auch hier im Dunkelnl. Nachdem einmal das mehrsaitige Monochord die Orgelklaviatur übernommen hatte, war die Mechanisierung des Psalteriums fast unvermeidlich. Es entstand ein Cymbal mit Claves, ein Klavizimbel. Verse der französischen Dichter EUSTACHE DESCHAMPS und GUILLAUME DE MACHAULT, eine Kaufseintragung Herzog PHILIPPS des KÜHNEN von Burgund, Briefe des Königs JOHANN I. von Aragonien und EBERHARD CERSNES ,Minneregel', Quellen, die mindestens bis 1385, vielleicht sogar bis 1360 zurückgehen, belegen für das 14. Jahrhundert ein Tasteninstrument mit Kielmechanik, also ein Klavizimbel. Zur Beantwortung der Herkunftsfrage können folgende Daten dienen. Italien scheidet aus, da sein erstes Zeugnis erst 100 Jahre später, 1461, liegt und der italienische Name deutschen Ursprungs ist. Ebenso Frankreich, weil GUILLAUME DE MACHAULT dem Eschaqueil den Beinamen d'Angleterre gibt. Das würde auf England deuten, wenn nicht die älteste englisch-französisch-spanische Wortsippe eine volksetymologische Übersetzung des niederdeutschen schachtbrett (s. u.) darstellen würde ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Schutzumschlag an Ober- und Unterkante etwas defekt - Papier teils etwas altersgebräunt - Seiten sauber und ordentlich