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Merkmalsanalyse und Gruppenbildung bei Mutanten von Lycopersicon Esculentum Miller (Tomate)

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Merkmalsanalyse und Gruppenbildung bei Mutanten von Lycopersicon Esculentum Miller

Die Kulturpflanze, Berichte und Mitteilungen aus dem Institut für Kulturpflanzenforschung der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin in Gatersleben - Kreis Aschersleben, Beiheft 5

"Eine wertvolle Voraussetzung zur Aufklärung von Verwandtschaftsbeziehungen ergäbe sich aus einer genauen Kenntnis der Basensequenzen in der DNS-Kette. Diese schwer zugänglichen Merkmalsstrukturen stehen jedoch zum jetzigen Zeitpunkt für die Bearbeitung systematischer Fragestellungen nicht zur Verfügung. Gegenwärtig ist die Systematik in starkem Maße auf den Vergleich von morphologischen Merkmalen angewiesen.

Die Mittelbarkeit dieser Methode bedingt jedoch eine Reihe von Mängeln. Sie beruhen auf der Schwierigkeit, den annähernden evolutionsgeschichtlichen Wert eines Merkmals zu bestimmen. So kann die häufig vertretene Auffassung, nach der sehr auffällige oder sehr komplizierte Merkmalsstrukturen phylogenetisch bedeutender seien als weniger auffällige und einfachere Merkmalsunterschiede, leicht zu Fehlschlüssen führen. Dieses zeigt sich bei der Betrachtung induzierter Mutanten, bei denen auffällige oder sehr komplizierte Bildungen oft durch einen einzigen Mutationsschritt erreicht werden.

Eine andere Fehlerquelle bei der Beurteilung von Verwandtschaftsverhältnissen bilden jene morphologischen Merkmale, die durch verschiedene Gene bedingt sein können, da derartige konvergente Bildungen durch ihre Merkmalsähnlichkeit eine Verwandtschaft vortäuschen.

Schwierigkeiten ergeben sich auch durch die pleiotrope Wirkung zahlreicher Gene, wobei durch ein einziges mutierten Gen oft mehrere Organe gleichzeitig erhebliche Veränderungen erfahren, so daß die Wirkung einiger abweichender Gene und damit ein größerer Evolutionsschritt vermutet wird.

Diese Fehlschlüsse lassen sich nur - im Verein mit genetischen Untersuchungsmethoden - durch eine genaue Kenntnis der möglichen Auswirkung von einzelnen Mutationsschritten einschränken. Die Aufklärung der speziellen merkmalsbeeinflussenden Wirkung der verschiedenen Gene bildet also eine wichtige Voraussetzung für die Einschätzung der Merkmalswertigkeit bei taxonomischen Untersuchungen.

Die vorliegenden Untersuchungen sollen zu einer näheren Charakterisierung der durch mutative Veränderungen im morphologischen Bereich sichtbar werdenden Genwirkungen, wie sie bei zahlreichen Mutanten der Kulturtomate auftreten, beitragen ..."

Erhaltungszustand

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einband teils etwas farbverblichen