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Klaus, der Herr der Eisenbahnen - Ein Bilderbuch mit Fotos ...

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... und farbigen Bildmontagen
Neue Sachlichkeit
Katalog Stuck-Villa II, 143 und S. 57 ff., Doderer I, 186.

"Am Anhalter Bahnhof

in Berlin, gleich hinter der Ausfahrt, seht ihr eine hohe Hauswand, die ganz schwarz und berußt ist vom Qualm der vorüberfahrenden Lokomotiven. Da wohnt der Mechaniker Braun, und sein Sohn Klaus sieht jeden Tag aus dem kleinen Fenster.

Denn da hat er eine prächtige Aussicht auf die Eisenbahn: direkt unter ihm die Gleise mit ein- und ausfahrenden Zügen, rangierenden Lokomotiven, mit Dampf und Qualm und mit Donnern, Dröhnen und Pfeifen, mit Stellwerk und Signalen - und hinten der Anhalter Bahnhof selbst, zu dem die Schienen unter der Hochbahnbrücke hinführen. Kein Zug kann einfahren, ohne die Luke von Klaus passiert zu haben. Er fühlt sich Herr aller Lokomotiven, ihm gehört der . . . bis seine Mutter ihn ruft, er solle zum Fleischer gehen, oder: "Klaus, du könntest mal eine Flasche Bier raufholen für Vater", und Klaus brummend seinen Lieblingsplatz verläßt.

Klaus war bei den Jungen in seiner Straße sehr angesehen. Er konnte großartige Spiele erfinden. Bei den Kämpfen gegen die Nachbarstraßen hatte er zuletzt den Holzabladeplatz erobert. Im ganzen Stadtviertel war er durch seine Kriegslisten berühmt. Aber damit war es seit langem aus. Klaus dachte nur noch an seine Eisenbahnen - und ans Fußballspielen.

Seitdem er einmal die Fahrpläne auf dem Bahnhof gesehen hatte, kannte er alle Züge und Fahrzeiten. Wenn morgens 714 der Nachtzug aus München vorbeidampfte, war es höchste Zeit aufzustehen. Und hörte er 742 den D55 nach Leipzig über die Weichen klimpern, dann mußte er sein Kaffeebrötchen liegen lassen und trotz strengen Verbots das Geländer runterrutschen, um noch pünktlich in die Schule zu kommen. Sein Tageslauf war dem Fahrplan genau angepaßt, und es gab in jedem Jahr zwei Tage, an denen er bestimmt zu spät kam: wenn der neue Sommerfahrplan und wenn der neue Winterfahrplan in Kraft traten ..."

Erhaltungszustand

guter bis sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren - Einbandecken und -kanten teils gering abgenutzt - Titelseite mit kleiner Notiz am oberen Rand - Mittelseite am unteren Fadenloch geringfügig eingerissen - Seiten sonst sauber und ordentlich - Einband teils geringfügig beschabt und leicht verschmutzt